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Vorläufiges Insolvenzverfahren gegen Wetzlarer Fernwärmeversorger

Kaltes Wasser, keine Heizung: Seit Monaten ist das Fernwärmenetz im Wetzlarer Westend außer Betrieb. Dabei sind die defekten Leitungen inzwischen repariert. Jetzt könnte ein Insolvenzverwalter Bewegung in die Sache bringen.

Hat das Warten auf Wärme in Wetzlar bald ein Ende? Für Dutzende frierende Menschen gibt es nun neue Hoffnung. Wie am Mittwoch bekannt wurde, hat das Amtsgericht Mannheim ein vorläufiges Insolvenzverfahren gegen die Betreiberfirma EAB eröffnet.

Mit dem Insolvenzverwalter, einem Mannheimer Fachanwalt, gibt es für die Betroffenen nun wieder einen konkreten Ansprechpartner auf Seiten der EAB. Denn das Geschäftsführer-Ehepaar ist seit Längerem untergetaucht. Der Insolvenzverwalter hat indes signalisiert, dass er den Geschäftsbetrieb der EAB fortführen will und dass man sich um die Wärmeversorgung kümmern werde.

Keine Heizung, kein warmes Wasser, Versorger nicht erreichbar

Seit Monaten funktioniert das Fernwärmenetz im Wetzlarer Westend nicht mehr. Rund 70 Anwohner sind deshalb seit August ohne warmes Wasser. Auch die ersten Minusgrade des Winters mussten sie ohne Heizung durchstehen. Kürzlich fiel dann noch ein weiteres Fernwärmenetz der EAB in Wetzlar aus.

Auslöser der Misere waren defekte Leitungen. Eine Spezialfirma fand zwar die Lecks, doch das änderte für die Betroffenen erst einmal nichts: Die für die Reparatur zuständige EAB war nicht zu erreichen. Auch ihre Webseite war "unter Bearbeitung".

Stadt übernahm Reparatur

Die Firma steht wegen fehlerhafter Abrechnungen seit Jahren in der Kritik. Inzwischen hat sie ihren Sitz von Wetzlar nach Baden-Württemberg verlegt, weshalb das Mannheimer Amtsgericht zuständig ist. Die EAB zahlte auch ihre Gasrechnungen nicht mehr.

Die Stadt sprang finanziell ein und nahm die Reparatur der Leitungen, die eigentlich der EAB gehören, selbst in Angriff. Stadtrat Norbert Kortlüke (Grüne) sagte dazu: "Wir machen das jetzt einfach."

Leitungen sind repariert, aber...

Nach Angaben der Stadt sind alle bekannten Löcher der Leitungen im Westend mittlerweile gestopft. Den Druck aufdrehen kann aber nur die EAB. Hier hoffen die Anwohner, dass durch den Insolvenzverwalter nun Bewegung in die Sache kommen wird.

Die Stadt hat den Anwalt zu einem Ortsbesuch nach Wetzlar eingeladen. Er will prüfen, ob es zu einem regulären Insolvenzverfahren kommen kann. Langfristig, so hofft die Kommune, könnte das Netz auf diesem Weg in städtische Hände kommen.

Hoffen und frieren

Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht. Für die Anwohner im Wetzlarer Westend heißt es also weiterhin ausharren – und hoffen. Wenigstens für die kommenden Tage werden milde Temperaturen erwartet.

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