Zwei Menschen laufen durch Schneematsch und Pfützen

Kalte Luft aus Skandinavien trifft auf eine warme Strömung vom Atlantik. Bald zieht sich vermutlich eine scharfe Wettergrenze durchs Land, mit Schnee im Norden und Hochwasser im Süden.

Ja, was soll denn schon los sein, wettermäßig, in einer Woche Ende Januar in Hessen? Winter halt! Wetter halt! Aber stop, möglicherweise braut sich da was Großes zusammen. Beziehungsweise, es braut sich ganz sicher zusammen, aber am Dienstag ist leider noch nicht ganz klar, ob es auch wirklich über Hessen stattfinden wird.

Am Mittwoch schmuddelt es noch recht unspektakulär vor sich hin, es wird im Tagesverlauf bei zunehmendem Regen wärmer. Das gleiche trübnasse Bild auch am Donnerstag: Die Temperaturen steigen zumindest im Süden auf bis zu 8 Grad.

Luftmassengrenze spaltet Hessen

Am Freitag ändert sich die Lage: Eine maritim-feuchte Warmluftfront drängt vom Atlantik nach Osten. Gleichzeitig strömt eine kalte Luftmasse aus Russland und Skandinavien nach Deutschland. "Die Frage ist nun: Wo ist der Übergangsbereich?", sagt Tim Staeger. Der hr-Meteorologe sieht eine ernst zu nehmende Chance, dass diese Grenze über Nordhessen verläuft: "Da gibt es dann so etwas wie einen Kampf der Luftmassen. An der Grenze, die recht scharf verläuft, kann es dann große Temperaturunterschiede geben."

Im Norden skandinavisch, im Süden maritim

Das heißt, es könnte im Norden noch mal richtig winterlich werden mit ordentlich Schnee, gefrierenden Straßen und der Gefahr von Blitzeis.

Südlich der Wettergrenze kann es hingegen durch die Kombination von starkem Regen und Tauwetter sogar zu Hochwasser kommen. Staeger: "Es liegt ja gerade im Taunus auch noch viel Schnee. Wenn es da ordentlich rein regnet, ist das schnell weggetaut." Dann könnten zumindest die Pegel kleinerer Nebenflüsse schnell steigen. "Darauf müsste man dann ein Auge haben", so Meteorologe Staeger.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 26.01.2021, 19.15 Uhr