Wachturm der JVA KAssel.

Ein Gefängnismitarbeiter, der im Ferienhaus eines Häftlings auf Mallorca Urlaub gemacht hat, ist verurteilt worden. Die Gegenleistung für den Gratis-Aufenthalt waren Alkohol, Kleidung und Handys. Jetzt ist der Wärter seinen Job los - und auch der Gefangene wurde bestraft.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mallorca gegen Handy: Strafe für Wärter und Häftling

Ein Justizvollzugsbeamter steht in der JVA Frankfurt I vor einem Einzelhaftraum.
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Erst in die Sonne geflogen, dann festgenommen: Eine Woche Urlaub in einem Ferienhaus auf Mallorca hat einem Gefängniswärter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kassel-Wehlheiden den Job gekostet und eine Bewährungsstrafe eingebracht. Am Mittwoch wurde er vor dem Landgericht Kassel zu zehn Monaten verurteilt, weil er sich bestechen lassen hat.

Als Gegenleistung Alkohol, Drogen, Handys

Das Ferienhaus war von einem Häftling, der es für Gegenleistungen zur Verfügung stellte: Der Wärter schmuggelte ihm Alkohol, Drogen und Handys ins Gefängnis. Die Polizei war in der JVA einem Bestechungssystem auf der Spur, so fiel auch der Wärter auf. Sie folgten ihm bis nach Mallorca und nahmen ihn nach seiner Heimreise sofort fest.

Der Angeklagte gestand den Schmuggel. Auch der Häftling wurde wegen Bestechung zu 14 Monaten verurteilt, die mit seiner alten Haftstrafe verrechnet wurden. Dass in der JVA mit System bestochen wurde, soll angeblich mittlerweile vorbei sein. Wärter hatten vor allem Handys als Gegenleistung ins Gefängnis geschmuggelt.

Sendung: hr4, 09.09.2020, 12.15 Uhr