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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Razzia gegen rechtsextremistische Szene

Neonazi Aufmarsch in Frankfurt

Die Polizei hat bei einer Razzia in der rechtsextremen Szene in Hessen Drogen und Waffen sichergestellt. Laut Innenminister Beuth (CDU) wurde auch ein Haftbefehl vollstreckt.

Innenminister Peter Beuth (CDU) sprach am Mittwoch von einem Schlag gegen die rechte Szene. Landesweit durchsuchte die Polizei zwölf Wohnungen und Objekte von Rechtsextremisten und wurde dabei fündig: Die Beamten entdeckten neben Waffen und Drogen unter anderem Schießpulver, Pyrotechnik, Schwefelsäure und rechtsextreme Devotionalien.

Die Durchsuchungen fanden laut Innenministerium bereits am Dienstag in den Bereichen der Polizeipräsidien Mittel-, Ost-, Nord- und Südhessen statt, darunter in Dillenburg, Altenstadt (Wetterau), Fulda und Zierenberg (Kassel). Dabei sei ein Haftbefehl vollstreckt worden, erklärte Beuth. Insgesamt waren mehr als 150 Polizisten im Einsatz.

Spezialeinheit im Einsatz

Durchgeführt wurde die Razzia demzufolge von Beamten der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) Hessen R, die im Juli mit 140 Ermittlern speziell für den Kampf gegen rechtsextremistische Strukturen eingerichtet worden war. Beuth hatte damals in Reaktion auf den Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) zudem eine erneute Überprüfung aller Rechtsextremisten durch den Verfassungsschutz angekündigt.

Aufgabe der BAO Hessen R sei es, das rechte Potential zu überprüfen, Szene-Treffpunkte aufzuklären und diese zu überwachen, so der Innenminister. In den zurückliegenden Monaten nahmen die Ermittler mehr als 700 Kontrollen rund 30 Straftäter der rechten Szene in Hessen fest.

Beuth: "Werden Druck hochhalten"

Bereits bei den früheren Aktionen waren Waffen, Sprengstoff und einschlägige Devotionalien sichergestellt worden. "Diesen polizeilichen Druck auf die Szene und rechte Straftäter werden wir auch künftig hochhalten", erklärte Beuth.

Lübcke war am 2. Juni vor seinem Haus in Wolfhagen (Kassel) erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der tatverdächtige Stephan Ernst hatte die Tat zunächst eingeräumt, dann aber sein Geständnis widerrufen. Sein Anwalt kündigte ein neues Geständnis an.

Sendung: hr-iNFO, 18.12.2019, 12:00 Uhr