Waldbrand in Offenbach

Das heiße Wetter macht unseren Wäldern zu schaffen. Nicht nur das Wasser für die Bäume fehlt, sondern es besteht zusätzlich eine erhöhte Waldbrandgefahr. Was bedeutet es, wenn das Umwelt-Ministerium deswegen Alarm schlägt?

Unsere Wälder in Hessen sind zu trocken. Und das bringt gleich mehrere Probleme mit sich. Zum Beispiel kriegen Bäume zu wenig Wasser und trocknen nicht nur einfach aus, sondern sind auch noch anfälliger für Schädlinge. Noch mehr Gefahr durch die Trockenheit geht aber von Waldbränden aus. Der Boden der Wälder ist so trocken, dass es bei bestimmten Witterungslagen wie Zunder wirken kann. Deswegen wurde dieses Jahr zum Beispiel schon das Höhenfeuerwerk in Gladenbach (Marburg-Biedenkopf) abgesagt. Denn schon ein kleiner Funke kann einen ganzen Wald in Flammen aufgehen lassen.

Damit das nicht passiert, veröffentlicht das Umweltministerium sogenannte Alarmstufen. Wenn eine Alarmstufe A oder B ausgerufen wird, bedeutet das zum Beispiel, dass Feinschmecker das Grillen in der Nähe von Wäldern sein lassen sollen oder der Sommernachtshimmel vielleicht nicht mit Sprengstoff erleuchtet werden sollte.

Vor dem Alarm: Daten sammeln

Was bedeutet das aber genau, wenn eine Alarmstufe ausgerufen wird? Laut Ministerium verbergen sich dahinter Aussagen über den Zustand des Waldes, die in ein Waldbrand-Warnsystem zusammengefasst werden. Das erstellt die Hessische Landesforstverwaltung anhand einer großen Menge an Daten, die unter anderem aus 24 ausgesuchten hessischen oder benachbarten Wetterstationen kommen.

Waldbrandgefahr DWD NEU

Grundlage sind die Daten des Deutschen Wetterdienst (DWD). Dabei fließen unter anderem die Lufttemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsrate ein. Daraus erstellt der DWD einen Waldbrandgefahrenindex, der allerdings nur die Waldbrandgefahr anhand meteorologischer, berechneter Daten abbildet. Nur das Wetter allein macht aber keinen Alarm.

Für das Ministerium zählen weitere Daten, die die Förster vor Ort in den Wäldern zusammentragen: die Bodenfeuchte, der bisherige Witterungsverlauf und welche Brände es vorher schon gab. Und erst dann, wenn eine Gefahr für einen Waldbrand über einen längeren Zeitraum besteht, löst das Ministerium einen Alarm aus.

Nach dem Alarm: die Maßnahmen

Bevor es mit dem Alarm losgeht, wird die Bevölkerung mit einer Pressemitteilung informiert. Das passiert dann, wenn eine Gefahrenlage voraussichtlich anhalten wird. Auch betroffene Dienststellen, wie der Landesbetrieb Hessen-Forst und das für den Brand- und Katastrophenschutz zuständige Innenministerium, werden informiert. Wenn dann klar wird, dass die Lage auf längere Zeit tatsächlich schlecht aussieht, wird der Alarm ausgelöst.

Alarmstufe A

Alarmstufe A bedeutet laut Ministerium, dass in Hessen oder Teilen Hessens eine anhaltend hohe Waldbrandgefahr besteht. Der Landesbetrieb Hessen-Forst veranlasst in diesem Fall eine verstärkte Überwachung der besonders gefährdeten Waldgebiete und stellt die technische Einsatzbereitschaft sicher. Zum Beispiel durch Kontrolle der Zugangswege, Löschwasserentnahmestellen, Geräte und Nachrichtenverbindungen. Auch aus der Luft wird nach möglichen Brandherden gesucht. Darüber hinaus wird unter anderem der Kontakt mit den Brandschutzdienststellen intensiviert.

Waldbrandgefahr

Alarmstufe B

Bei Alarmstufe B herrscht fortgesetzt eine sehr hohe Waldbrandgefahr, die unter anderem eine verstärkte Luftbeobachtung und die Möglichkeit zur flächendeckenden Sperrung von Grillplätzen, Waldwegen und Waldflächen beinhaltet. Zusätzlich wird auch die Bundeswehr kontaktiert, denn die stellen die Löschhubschrauber zur Verfügung.

Waldbrandgefahr

Für alle Alarmstufen gilt allerdings: Für die Umsetzung sind zum größten Teil die Kommunen verantwortlich. Wenn also Gefahr besteht, hat das Ministerium keine rechtlichen Möglichkeiten die Maßnahmen zu erzwingen oder selbst durchzusetzen. Ob zum Beispiel ein Feuerwerk bei einem Fest stattfinden kann, wird allein von der Kommune und den zuständigen Ämtern entschieden.

Es steckt mehr dahinter

Waldbrandgefahr ist also mehr als nur mit dem Grillen aufhören oder das Feuerwerk absagen. Wenn eine Alarmstufe ausgelöst wird, bedeutet das viel Arbeit für alle beteiligten Ämter, um möglicherweise Schlimmeres zu verhindern. Manchmal auch auf Kosten von schönen Sommerabenden.