Fischer legen Netze aus, um Walli zu fangen
Jagd auf Walli - mit Netzen soll das 1,50 Meter große Tier gefangen werden. Bild © picture-alliance/dpa

Der als "Küken-Killer" bekannt gewordene Offenbacher Wels Walli soll seit Samstag aus dem Weiher des Dreieichparks gefischt werden. Der gefräßige Wels bekommt einen neuen Heimatteich - und bleibt ein Hesse.

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Jagd auf Wels Walli

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found In Offenbach wird nach Wells Walli gefischt

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Die Jagd auf Problemwels Walli ist am Samstag in Offenbach zu einer aufwändigen Rettungsaktion geworden. Ein Berufsfischer wurde beauftragt, den Fisch zu fangen - und zwar lebend. Dazu wurde ein Netz im Zick-Zack im See des Dreieichparks ausgelegt. Der Plan: Wels Walli soll sich im Netz verfangen und dann mit einem Kescher aus dem Wasser gezogen werden.

Teich leer gefressen

Zuvor hatte der hungrige Wels Offenbach einige Probleme beschert: Erst fraß er Fische und artgeschützte Teichhuhnküken auf, bis der 1,5-Meter-Fisch fast als einziger im Teich übrig blieb. Dann war unklar, ob sich ein kompetenter Fischer findet, der die nötige Lizenz und Erfahrung zum Fangen von Problemwelsen mitbringt.

Schließlich entschied die Stadt, Gnade walten zu lassen und eine Lösung zu finden, bei der Walli das Einfangen auch überlebt. Weil Walli mittlerweile ein kleine Berühmtheit in Offenbach ist, kamen einige Schaulustige am Samstag in den Dreieichpark.

Wels muss sich rühren

Umweltdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) sieht den Rummel um Walli mit einem Augenzwinkern und bat am Samstag um Verständnis bei den Zuschauern, dass die Stadt Absperrungen mit Flatterband errichtete: "Sonst wäre ein Arbeiten hier nicht möglich geworden", sagte Weiß.

Doch um ins Netz zu gehen, muss der Fisch sich bewegen. Bisher hatte er sich gerne im Schlamm am Grund eingegraben. "Irgendwann muss er seine Nahrung aufnehmen", sagte Fischer Dieter Stitz, der auf den Wels angesetzt wurde. Wenn Walli im Netz hängt, sehen die Fischer die Bewegung der Netze und können das Tier fangen. Dafür greifen sie dem Fisch ins Maul: "Da ist eine Art Wiederhaken", erklärt Stitz, an dem man Walli dann unbeschadet aus dem Wasser holen kann. "Wir bleiben bis morgen früh, wenn es sein muss", sagte Stitz.

Walli bleibt Hesse

In welchem Teich Walli künftig speisen wird, will die Stadt nicht bekannt geben. Der Teichbesitzer wolle keinen Medienrummel, sagte eine Sprecherin. Auch vor dem Hintergrund, dass Tierschützer schon auf das Walli-Thema aufgesprungen seien. Wallis neuer Hausteich ist in der Nähe von Darmstadt, für artgerechte Haltung sei gesorgt, versicherte die Stadt Offenbach.

Ein guter Ort sei gefunden worden, sagt Karl-Heinz Halle vom Offenbacher Naturschutzbeirat: "Wo der jetzt hin soll, hat er Rotaugen, Rotfedern und Brassen - sein Lieblingsessen. So kann man einen Teich auch ins Gleichgewicht bringen." Womit Walli also zuletzt Schaden anrichtete, könnte er anderswo bald nützlich sein.