Unfallstelle in Limburg, LKW und mehrere beschädigte Autos

Ein gestohlener Lkw rammt Autos in Limburg. Es gibt mehrere Verletzte, zwei Wohnungsdurchsuchungen und Ermittlungen wegen versuchter Tötung. Fragen und Antworten zur Amokfahrt.

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LKW rammt mehrere Autos
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Was ist in Limburg passiert?

Ein Mann hat am Montagnachmittag den Lastwagen einer Spedition geraubt und ist damit auf acht Autos aufgefahren. Die Fahrzeuge wurden ineinander geschoben. Dabei wurden laut Polizei neun Menschen leicht verletzt, darunter auch der Fahrer des Lastwagens. Sieben Verletzte sind in Krankenhäuser gebracht worden.  

Was ist der Stand der Ermittlungen?

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und das Hessische Landeskriminalamt ermitteln wegen des Verdachts der versuchten Tötung. In einer gemeinsamen Stellungnahme von Dienstagmittag heißt es: "Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern derzeit an. Insbesondere zum Tatmotiv können derzeit noch keine Angaben gemacht werden; es wird in alle Richtungen ermittelt."

Das ZDF hatte am Dienstagmorgen unter Berufung auf Sicherheitskreise von einem Terror-Akt gesprochen. Nach hr-Informationen ist es unwahrscheinlich, dass es sich bei der Tat um einen Anschlag handelt. Wahrscheinlicher ist eine nicht politisch motivierte Amokfahrt. Der Mann hatte sich vor der Tat mit einem Verwandten in einer Kneipe getroffen und getrunken.

Im Zusammenhang mit der Tat in Limburg wurde in der Nacht zum Montag laut Polizei eine Wohnung in Langen (Offenbach) durchsucht. Nach hr-Informationen soll der Mann dort gewohnt haben. Außerdem wurde laut Staatsanwaltschaft eine weitere Wohnung im Landkreis Limburg-Weilburg durchsucht. Dort soll der Verwandte des Mannes gewohnt haben, mit dem er sich vor der Tat getroffen hatte. Bei den Durchsuchungen sind laut Staatsanwaltschaft unter anderem Mobiltelefone und USB-Sticks sichergestellt worden.

Welche Informationen gibt es über den Fahrer?

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ARD-Terrorexperte Holger Schmidt
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Bei dem Fahrer, der vor Ort von der Polizei festgenommen wurde, handelt es sich um einen 32 Jahre alten syrischen Staatsangehörigen. Er soll seit 2015 in Deutschland leben, aber keine Kontakte zu militanten Salafisten oder anderen Extremisten gehabt haben, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet. Aufgefallen sei er bisher durch Drogendelikte und Gewaltkriminalität.

Nach Informationen des ARD-Terrorexperten Holger Schmidt soll der Mann am Montag bereits mehrfach erfolglos versucht haben, die Gewalt über einen Lkw zu erlangen.

Was sagen Beteiligte und Zeugen zu dem Vorfall?

Die Frankfurter Neue Presse zitiert den eigentlichen Fahrer des Lasters: "Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt." Als er vor einer roten Ampel wartete, habe der Unbekannte die Fahrertür des Lasters aufgerissen und ihn mit weit geöffneten Augen angestarrt, so der Fahrer. "Was willst Du von mir?", habe er den Mann gefragt. "Aber er hat kein Wort geredet. Ich habe ihn noch mal gefragt. Dann hat er mich aus dem Lkw gezerrt", heißt es weiter in dem FNP-Bericht.

Die Polizei wertete bis in den späten Abend die Aussagen von Zeugen am Unfallort aus. Dienstag früh schlossen die Beamten die Untersuchungen vor Ort ab. Eine Zeugin sagte, sie habe den Knall des Aufpralls gehört und beobachtet, wie die Verletzten versorgt wurden. "Der Anblick war wirklich schlimm."

Welche Reaktionen gibt es?

Bislang äußerte sich der Bürgermeister von Limburg, Marius Hahn (SPD). "Ich bin geschockt und in meinen Gedanken bei den verletzten Unfallopfern und deren Familien", sagte Hahn der dpa. Bundesinnenminister Horst Seehofer äußerte sich am Rande eines EU-Innenministertreffens in Luxemburg zur Frage nach möglichen Hinweisen auf einen Terroranschlag. "Da wird ermittelt und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist", so der CSU-Politiker.