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Audioseite Prozessauftakt zu tödlichem Messerangriff im Flüchtlingsheim

Eingang zum Landgericht Hanau

Vor dem Landgericht Hanau hat ein Asylbewerber gestanden, seinen Mitbewohner getötet zu haben. Auslöser war offenbar ein Streit um eine schmutzige Dusche. Wegen eines ähnlichen Vorfalls wurde der Angeklagte schon einmal verurteilt.

Im Prozess um einen getöteten 25-Jährigen hat der Angeklagte am Mittwoch gestanden. Sein Verteidiger verlas am Mittwoch zum Prozessauftakt vor dem Hanauer Landgericht eine Erklärung, wonach das "äußere Tatgeschehen geständig eingeräumt wird".

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den aus Somalia stammenden Mann Mordanklage erhoben. Der 34-Jährige habe seinen Mitbewohner aus niedrigen Beweggründen getötet, heißt es in der Anklageschrift. Die Tat ereignete sich Mitte Januar in einer Asylbewerberunterkunft in Großkrotzenburg (Main-Kinzig).

Wie die Ermittlungen ergeben hätten, sei es zwischen den beiden Männern zu einem Streit um die Sauberkeit der gemeinsam genutzten Dusche gekommen. Mit den Worten "Ich töte ihn!" soll der 34-Jährige daraufhin ein Küchenmesser geholt und mehrmals auf seinen afghanischen Mitbewohner eingestochen haben. Dieser habe noch versucht, über den Flur zu flüchten. Vor einem Notausgang sei der Mann zusammengebrochen und gestorben.

Weitere Mitbewohner entwaffneten ihn

Der Angeklagte machte zu den näheren Umständen der Tat keine weiteren Angaben, ließ jedoch über seinen Verteidiger verlauten, dass er sich von den afghanischen Männern in der Unterkunft bedroht gefühlt habe.

Ein Zeuge bestätigte, dass der Streit um die Dusche der Auslöser für die Bluttat gewesen sei. Zudem sagte er aus, dass sich der Notausgang nur schwer habe öffnen lassen. Zusammen mit Mitbewohnern habe er den mutmaßlichen Messerstecher schließlich überwältigt und entwaffnet.

Nicht die erste Gewalttat des Mannes

Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil es sich bei dem Angeklagten um einen rechtskräftig verurteilten Verbrecher handelt, der abgeschoben werden sollte. Der Somalier war bereits 2014 vom Landgericht Hanau wegen versuchten Totschlags zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er zuvor einen Landsmann in Maintal (Main-Kinzig) mit einem Messer in den Rücken gestochen und ihn lebensgefährlich verletzt hatte. Anlass für die damalige Attacke war nach Feststellung des Gerichts ein Streit über die Beleuchtung des gemeinsam genutzten Zimmers.

Versuche, den Asylbewerber nach der Verbüßung der Hälfte der Freiheitsstrafe in sein Heimatland Somalia abzuschieben, scheiterten den Angaben nach daran, dass der 34-Jährige keinen gültigen Pass seines Landes besitzt. Daher war der Mann nach der kompletten Freiheitsstrafe entlassen und erneut in ein Flüchtlingsheim gebracht worden.

Für den Prozess hat die Schwurgerichtskammer zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt.

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