Schriftzug Novavax, davor eine Hand, die mit einer Spritze Flüssigkeit aus einer Ampulle zieht

Der Novavax-Impfstoff sollte eine Alternative für Menschen bieten, die den mRNA-Impstoffen misstrauen. Eine erste Charge war für Beschäftige in der Pflege und Medizin reserviert. Doch die Nachfrage ist so gering, dass sich nun alle damit impfen lassen können.

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Neuer Impfstoff Novavax

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Der Proteinimpfstoff von Novavax darf ab sofort allen Impfwilligen ab 18 Jahren gespritzt werden. Das bestätigte ein Sprecher des hessischen Sozialministeriums am Dienstag gegenüber dem hr. Die erste Charge war ursprünglich für Beschäftigte im Pflege- und Gesundheitsbereich vorgesehen, für die bald eine Impfpflicht gilt.

Einzelne Kreise und Städte hatten zuvor bereits mitgeteilt, dass die Nachfrage nach dem Impfstoff nicht so hoch sei wie gedacht, und die Termine daher allen Erwachsenen offen stünden. Darunter war auch Wiesbaden: Laut dem Gesundheitsamt hatten sich zum Impfstart am Montag nur rund 100 Menschen angemeldet, nicht alle seien erschienen. Zur Verfügung stünden rund 4.400 Dosen.

Nachdem die erste Charge des #Novavax -impfstoffs zunächst für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich in #Hessen reserviert war, wird das Vakzin nun für alle Bürgerinnen und Bürger freigegeben.

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Nächste Lieferung Ende der Woche

Genaue hessenweite Zahlen liegen dem Sozialministerium zwar nicht vor, wie der Sprecher erklärte. Fest stehe jedoch, dass reichlich Impfstoff vorhanden sei - auch, weil Ende der Woche bereits die zweite Lieferung mit rund 70.000 Novavax-Impfdosen auf den Weg gebracht werde. In einer ersten Lieferung waren 108.000 Impfdosen an die hessischen Kreise und Städte verteilt worden.

Der Impfstoff könnte eine Alternative für Menschen sein, die Vorbehalte gegenüber den bisherigen Impfstoffe von Biontech und Moderna haben. Der sogenannte "Totimpfstoff" basiert auf einem anderen, klassischeren Verfahren als die mRNA-Impfstoffe. "Sollten Sie sich aufgrund von Bedenken gegenüber den mRNA-Impfstoffen bislang nicht haben impfen lassen, können Sie das nun mit dem proteinbasierten Novavax-Impfstoff nachholen", warb Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) auf Twitter. Novavax muss zweimal im Abstand von drei Wochen geimpft werden.

Impfpflicht für medizinisches Personal ab Mitte März

Mit den ersten Dosen des Novavax-Impfstoffes sollte bevorzugt medizinisches Personal gespritzt werden, das ab dem 16. März von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen sein wird. Nach Angaben des Sozialministeriums vom Dienstag sind neun Prozent der Mitarbeitenden noch ungeimpft oder machen keine Angaben zu ihrem Impfstatus.

Es handelt sich demnach um 22.100 Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen, Kliniken oder Arztpraxen. Wenn sie ihrem Arbeitgeber bis zum 15. März keinen Impfnachweis vorlegen, muss dieser das zuständige Gesundheitsamt informieren. Wer den Nachweis nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig vorlegt, begeht nach Angaben des Gesundheitsministeriums eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis zu 2.500 Euro geahndet werden kann.

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