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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bombe in Frankfurt entschärft

Polizeiauto bei Bombenentschärfung in Niederrad

Es ging schneller als erwartet: Die 500-Kilo-Bombe im Frankfurter Stadtteil Niederrad ist am frühen Sonntagnachmittag entschärft worden.

Nach rund zwei Stunden war es soweit: Die Frankfurter Feuerwehr twitterte gegen 14.15 Uhr: "Die Feuerwerker vom Kampfmittelräumdienst konnten die #Weltkriegsbombe unschädlich machen." Die Absperrungen und Einschränkungen wurden daraufhin wieder aufgehoben.

Die Entschärfung hatte am Mittag begonnen, nachdem der Evakuierungsbereich menschenleer war. Zunächst gingen die Einsatzkräfte davon aus, dass sich die Arbeiten bis zum Abend hinziehen könnten. Dann ging es aber wesentlich schneller. Dennoch sprach der Sprengmeister hinterher von einer anspruchsvollen Entschärfung, da der 500-Kilo-Sprengkörper zwei Zünder aufwies.

Entschärfung musste unterbrochen werden

Die Evakuierung der Gefahrenzone rund um das Lyoner Viertel lief laut Feuerwehr zunächst nach Zeitplan. Gegen 13 Uhr kam es dann aber doch noch einmal zu Verzögerungen. Menschen seien im Evakuierungsbereich gesichtet worden, so die Einsatzkräfte. Der Einsatz des Kampfmittelräumdienstes musste daraufhin für rund 45 Minuten unterbrochen und die Personen aus dem Bereich gebracht werden. Es werde geprüft, ob gegen sie nun Bußgelder verhängt werden.

Bereits am Morgen mussten rund 4.500 Anwohner ihre Häuser und Wohnungen wegen der geplanten Entschärfung der Weltkriegsbombe verlassen. Einsatzkräfte holten behinderte Menschen aus ihren Wohnungen ab. Auch Corona-Infizierte beziehungsweise in Quarantäne befindliche Anwohner wurden laut Polizei an einem geeigneten Ort betreut und nach dem Ende der Evakuierung wieder nach Hause gebracht.

Im Evakuierungsbereich lagen auch ein Heizkraftwerk, eine unterirdische Gashochdruckleitung, Fernwärmeverbindungen, Umspannanlagen, ein S-Bahnhof mit Bahnstrecken sowie ein Polizeirevier. 

Betreuungsstelle in Schule

Für Personen, die keine Möglichkeit hatten, während des Einsatzes anderswo unterzukommen, richteten die Johanniter und das Rote Kreuz eine Betreuungsstelle in der Carl-von-Weinberg-Schule ein. Rund 60 Anwohner machten davon Gebrauch.

Angrenzend ans Evakuierungsgebiet gab es eine weitere Schutzzone (gelb markiert). Hier durften Anwohner Wohnungen, Häuser und Arbeitsplätze ab 11 Uhr nicht mehr verlassen. Fenster und Türen mussten geschlossen bleiben. Zudem war der Aufenhalt im Freien sowie im Bereich von Fenstern, Glastüren, Terrassen und Balkonen untersagt.

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Die interaktive Karte der Feuerwehr Frankfurt zeigt den Evakuierungsbereich rund um den Fundort der Bombe.
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Fernverkehr beeinträchtigt

Trotz erfolgreicher Bombenentschärfung gab es zunächst weiterhin Einschränkungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. "Die Umleitungen der Fernverkehrszüge mit Haltausfall in Frankfurt(Main)Hbf und Ersatzhalt in Frankfurt(Main)Süd bleiben weiterhin bestehen", twitterte das Unternehmen am Nachmittag.

Etliche Züge hatten zuvor den Frankfurter Hauptbahnhof wegen der Entschärfung nicht mehr angefahren. Zwischen Köln und Frankfurt kam es zudem zu Zugausfällen. Der Flugverkehr am nahegelegenen Frankfurter Flughafen war nach Angaben der Deutschen Flugsicherung in Langen hingegen nicht betroffen.

Die Feuerwehr hat am Fundort ein Zelt aufgebaut.

Auch Nahverkehr betroffen

Auch der Verkehr auf der Straßenbahnlinie 15 und den Buslinien 51, 78 und 84 wurde eingeschränkt, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mitteilte. Betroffen waren laut RMV zudem die S-Bahn-Linien S7, S8 und S9 sowie die RegionalExpress-Linien RE2, RE3 und RE70.

Die Bombe war am Dienstag bei Bauarbeiten entdeckt worden. Bereits im Dezember war im Gallus in Frankfurt eine 500-Kilogramm-Weltkriegsbombe gefunden worden. Für die Entschärfung mussten rund 13.000 Menschen ihre Häuser für Stunden verlassen.

Sendung: hr-iNFO, 21.02.2021, 16 Uhr