Saugroboter auf Laminatboden
Spion unter der Couch? Saugroboter weisen häufig Sicherheitslücken auf. Bild © Colourbox.de

Saugen, säubern, spionieren: Forscher der TU Darmstadt haben eklatante Sicherheitslücken bei einem populären Saugroboter-Modell entdeckt. Angreifer können offenbar mühelos einen Blick in fremde Wohnungen riskieren.

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Saugroboter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Forscher warnen vor Saugroboter

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Er saugt, wenn man selbst nicht zu Hause ist und kommt dabei auch an die entlegensten Ecken unter der Couch. Staubsauger-Roboter erfreuen sich in vielen Haushalten immer größerer Beliebtheit. Doch bei manchen Modellen gehört neben dem Einsammeln von Wollmäusen und Chipskrümeln auch die feindliche Spionage zum ungewollten Repertoire.

Ein Blick in die Wohnung

Forscher der Technischen Universität Darmstadt (TUD) haben nun das populäre Modell Tesvor X500 unter die Lupe genommen und dabei massive Sicherheitslücken entdeckt. So sei es Angreifern problemlos möglich, "aus der Ferne und überall auf der Welt alle Tesvor Saug- und Wischroboter anzusteuern und deren Status und den Grundriss der Wohnung abzurufen", schreibt die TUD am Freitag in einer Mitteilung.

Nötig sei dafür lediglich die sogenannte MAC-Adresse, über die man jedes Gerät eindeutig identifizieren und ansteuern könne. Diese lange Zahlenfolge könne aufgrund eines von Tesvor verwendeten, simplen Algorithmus "leicht herausgefunden werden", warnen die Forscher. Zudem sei es Hackern bei diesem Modell möglich, sich über nicht authentifizierte Zertifikate direkt mit dem Gerät zu verbinden.

Perfekter Komplize für Verbrecher

Die Gefahr, vom eigenen Staubsauger ausgespäht zu werden, ist kein Einzelfall. Bei Tests fielen mehrere Modelle bereits durch Sicherheitsdefizite auf. Auch die Darmstädter Forscher hatten in der Vergangenheit bereits einen Sauger von Mi Robot beanstandet, bei dem Angreifer die Kontrolle über Kamera und Mikrofon übernehmen konnten. So wird der Roboter zum perfekten Komplizen für Verbrecher.

Im aktuellen Fall wiesen die TU-Experten mehrfach den Gerätehersteller Tesvor auf die gravierenden Mängel hin. "Eine Antwort steht noch aus", so die TUD.

Sendung: hr-iNFO, 31.5.2019, 15:40 Uhr