Wespe sitzt am Rand einer Zitrone
Einen Wespenstich mit einer zu heißen Gabel zu behandeln ist keine gute Idee. Bild © Colourbox.de

Wegen Körperverletzung bei der Behandlung eines Wespenstichs sind zwei Lehrer aus Rodgau zu Geldstrafen verurteilt worden. Zum Einsatz kam unter anderem eine heiße Gabel.

Ein 39 Jahre alter Lehrer einer Schule in Rodgau (Offenbach) ist wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2.700 Euro verurteilt worden. Seine Kollegin wurde ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 2.500 Euro verurteilt. Das noch nicht rechtskräftige Urteil vom Amtsgericht Cochem (Rheinland-Pfalz) wurde am Donnerstag verkündet, wie eine Gerichtssprecherin am Freitag mitteilte.

Heiße Gabel auf Stich gedrückt

Die Lehrer waren im Mai 2017 mit ihren Rodgauer Schülern auf Klassenfahrt in Zell an der Mosel (Rheinland-Pfalz). Als ein 14 Jahre alter Schüler an der rechten Hand von einer Wespe gestochen wurde, wurde er in einer Jugendherberge von seinen Lehrern auf ungewöhnliche Art behandelt:

Der Lehrer hatte laut Urteil dem Schüler den Griff einer Gabel auf den Wespenstich gedrückt. Den Gabelgriff hatte der Lehrer zuvor mit einem Feuerzeug erhitzt. Daraufhin habe sich eine Brandblase gebildet.

Brandblase aufgeschnitten

Die Kollegin des Lehrers habe die durch die Behandlung mit der heißen Gabel entstandene Brandblase schließlich aufgeschnitten und eine Creme aufgetragen.

Der Bild-Zeitung hatte der Schüler vor einer Woche berichtet, die Hand sei über Monate entzündet gewesen, er habe deswegen ein Praktikum in einer Schreinerei verpasst.

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Was tun bei Insektenstichen?

Kühlen, kühlen, kühlen! Das lindert die Schmerzen und verhindert, dass das Gift sich ausbreitet. Zwiebelscheiben, die auf den Stich gedrückt werden, wirken antibakteriell und nehmen das Gift auf. Auch menschliche Spucke neutralisiert das Gift zum Teil. Imker tupfen Salzwasser auf die Stichstelle.

In der Apotheke gibt es verschiedene Utensilien, die zum Einsatz gebracht werden können: Ein Saugstempel und Ammoniak-Sticks ziehen das Gift aus der Stichstelle. Saugen mit dem Mund ist nicht sinnvoll, da sich das Gift dann über die Schleimhäute verteilt. Stichheiler (elektrisch oder manuell betrieben) heizen sich auf 50 Grad Celsius auf und werden auf den Stich gedrückt. Folge: Eiweiß-Moleküle oder Histamine von Wespen- oder Bienengift, Mücken-Speichel und anderen Insekten zerfallen, die Schwellung wird nicht so groß.

Generell gilt es darauf zu achten: Schwillt der Stich aufgrund einer allergischen Reaktion übermäßig an oder entzündet sich die Einstichstelle, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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