Sonnenaufgang über den Wolken

Ein neuer Hitzerekord, Sonne satt und zu wenig Regen - das war das Wetterjahr 2019 in Hessen. Wo war es am schattigsten? Wo war es besonders nass? Und welcher Ort in Hessen hatte die meisten Sonnenstunden? Wir verraten es Ihnen.

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Das Jahr 2019 hat Hessen einen neuen Hitzerekord beschert. Am 25. Juli wurden an der Messstation Frankfurt-Westend knackige 40,2 Grad gemessen. Das ist die höchste Temperatur, die seit Beginn der Aufzeichnungen in Hessen je registriert wurde.

Dennoch ist Hessen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein vergleichsweise kühles Bundesland, wenn man den jährlichen Durchschnittswert betrachtet. Errechnet aus den Daten der rund 2.000 DWD-Messstationen beträgt er 10,2 Grad.

Frankfurt und Köln bundesweit am wärmsten

Mit 10,1 Grad Durchschnittstemperatur liegt Hessen also knapp unter dem Mittelwert. Die Messstation im Frankfurter Westend, an der im Juli der Hitzerekord gebrochen wurde, sorgt allerdings auch für einen Rekord: 12,3 Grad wurden übers gesamte Jahr gesehen im Durchschnitt gemessen. Wärmer war es nirgendwo in Hessen und auch bundesweit, wo Frankfurt zusammen mit Köln Spitzenreiter ist.

Das wirft die Frage nach dem durchschnittlich kältesten Ort Hessens auf. Der findet sich mit einem Mittelwert von 7,1 Grad auf der Wasserkuppe. Der tiefste Wert wurde 2019 allerdings an einem anderem Ort gemessen: Am 21. Januar zeigte das Thermometer im nordhessischen Burgwald-Bottendorf -13,9 Grad.

Geisenheim holt Doppeltitel

Sonne gab es 2019 reichlich: Nach DWD-Angaben betrug die Sonnenscheindauer in Hessen gut 1.765 Stunden und lag damit deutlich über dem durchschnittlichen Wert von 1.459 Stunden. Die wenigsten Sonnenscheinstunden wurden mit 1.662,5 auf dem Feldberg im Taunus gezählt. Von der Sonne geküsst war der Rheingau. Mit 1.954,5 Stunden Sonne war Geisenheim der sonnigste Fleck in ganz Hessen.

Hitze und Sonne im Übermaß, bei den Niederschlägen sah es dagegen mau aus. In Hessen wurden rund 730 Liter pro Quadratmeter verzeichnet - für das langjährige Durchschnitts-Soll wären 793 Liter nötig gewesen. Der nasseste Ort war mit 1.137,7 Litern pro Quadratmeter die Wasserkuppe - heißt ja auch so. Der sonnigste Ort war zugleich der trockenste: In Geisenheim fielen nur 470,9 Liter Regen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found DWD-Sprecher: "Es war ein extremes Jahr"

Ein in der Sonne hängendes Thermometer zeigt eine Temperatur von über 40 Grad Celsius
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Zu wenig Regen und die sommerliche Hitze, das schadet mittlerweile aber auch vielen Bäumen. Stefan Nowack, der für den Landesbetrieb Hessen Forst die Wälder beobachtet, sagt: "Normalerweise haben wir 0,3 bis 0,5 Prozent absterbende Bäume im Wald. Jetzt liegen wir bei zwei Prozent. Das ist ein Wert, den wir so noch nicht kannten." Daran ändert auch der Regen der vergangenen Wochen nichts. Die Schäden der Hitzesommer sind gewaltig.

Schwere Unwetter mit Verletzten

Gleich mehrfach gab es 2019 schwere Unwetter. So wurde am 4. März ein Arbeiter in Lorsch schwer verletzt, als Sturmböen des Tiefs "Bennet" eine Mauer umwarfen. Auch eine Joggerin in Heusenstamm wurde von einem umstürzendem Baum verletzt. Vor allem im östlichen Teil Hessens war der angebliche Wonnemonat Mai im zweiten Drittel von schweren Gewittern und Dauerregen geprägt.

Am 19. Mai fielen in Lieblos nordöstlich von Hanau (Main-Kinzig) Hagelkörner von der Größe von Tischtennisbällen. Am 12. Juli entstanden während eines Tornados der Stärke F1 bei Wetzlar-Naunheim größere Schäden.

Noch erheblicher war die Zerstörung nach einem schweren Gewitter, das am 18. August von Mörfelden-Walldorf über Langen bis nach Seligenstadt im Kreis Offenbach zog: Hagel zerschlug Dachfenster und verbeulte Autos, Orkanböen ließen in manchen Waldgebieten keinen einzigen Baum mehr stehen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 30.12.2019, 16.45 Uhr