Einmotoriges Flugzeug im Sonnenuntergang, Himmel leuchtet orange-gelb

Warme Luft aus Süden lässt die Temperaturen in den nächsten Tagen in Hessen deutlich steigen. Der Sahara-Staub feiert seine Rückkehr. Er kann für tolle Sonnenuntergänge sorgen - hat aber auch seine Schattenseiten.

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Saharastaub in Frankfurt

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Viele Autofahrer haben ihre Wagen gerade erst vom Saharastaub befreit, da steht der nächste Trip zur Waschanlage schon bevor. Aus Afrika erwarten die Meteorologen einen neuen Schwung des Wüstensandes, der uns schon am Dienstag erreicht und sich am Mittwoch in Hessen breit macht.

Reiner lässt Temperaturen steigen

Verantwortlich dafür ist ein Hoch namens "Reiner", das mit einer südwestlichen Strömung nach dem frischen Wochenende vorübergehend deutlich wärmere Luft nach Mitteleuropa bringt, wie hr-Wetterexperte Mark Eisenmann erläutert. Der Temperaturanstieg ist mit Werten bis zu 17 Grad schon am Montag deutlich zu spüren.

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alle wetter! vom 11.04.2022

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"Am Dienstag gibt es ebenfalls einen schönen Frühlingstag", prognostiziert Eisenmann. Mit den Temperaturen geht es bei bis zu 23 Grad noch einmal ein ordentliches Stück nach oben. Dazu ist es vielfach sonnig, allenfalls ein paar lockere Wolkenfelder ziehen durch.

Am Mittwoch trübt es sich dann ein, und das liegt nicht nur am Staub in der Luft. Es ziehen mehr Wolken auf, gleichzeitig bleibt es aber noch meist trocken und mit bis zu 24 Grad auch warm. Einzelne Schauer sind am ehesten im Nordwesten zu erwarten.

Staubkonzentration weniger hoch als im März

Um aus der Sahara zu uns gelangen, muss sich der Staub in beträchtliche Höhen begeben. Erst mehrere Kilometer über dem Boden ist die südliche Luftströmung stark genug, um ihn bis zu uns zu tragen. "Es ist zwar nicht so stark wie beim letzten Mal", sagt Eisenmann, "aber es gibt schon eine gewisse Konzentration an Staub über uns."

In der Luft ist er bisweilen als orange-gelber Schimmer wahrzunehmen. Der Effekt ist morgens und abends besonders stark und kann für beeindruckende Sonnenauf- und -untergänge sorgen. Der Staub begünstigt aber auch die Wolkenbildung. Denn die Partikel in der Luft wirken als Kondensationskerne, an denen sich die Luftfeuchtigkeit als Wasserdampf niederschlagen kann.

Staubschichten auf Autos und Fenstern

Wird der Staub von Niederschlägen aus der Luft gewaschen, bleibt er als schmutzig-sandige Schicht auf Autos, Fahrrädern und Fenstern zurück. Schon Mitte März standen deshalb viele Sonder-Putz- und Autowaschaktionen an.

Genau damit muss laut Eisenmann am Donnerstag erneut gerechnet werden. Tiefausläufer aus dem Nordwesten bringen dichte Wolkenfelder mit Schauern und zeitweiligem Regen, auch Gewitter können vereinzelt auftreten. Die 20-Grad-Marke wird wohl noch einmal erreicht, danach geht es mit den Temperaturen aber wieder spürbar nach unten.

Ostern weder heiß noch weiß

Unklar ist noch, wie sich das Wetter zu Ostern bei uns entwickeln wird. Das hängt laut Eisenmann davon ab, wie stark die Ausläufer eines Azorenhochs bis zu uns wirken. Am wahrscheinlichsten ist dem Experten zufolge ein Szenario mit freundlichem Wetter und Höchstwerten um 15 Grad.

Es könne aber auch deutlich frischer werden, mahnt der Meteorologe. Für eine Eiersuche im Schnee stehen die Chancen allerdings schlecht. Zwar sei Schneefall an den Feiertagen nicht völlig auszuschließen, sagt Eisenmann: "Das ist aber sehr unwahrscheinlich."

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