Ein Auto auf einer glatten Straßen bei Frankfurt

Zwei Tiefdruckgebiete führen Hessen weiter aufs Glatteis. Nach zahlreichen Unfällen am Mittwoch könnte es im Berufsverkehr auch in den kommenden Tagen chaotisch werden. Die Temperaturen sinken bis weit unter den Gefrierpunkt.

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zum hr-fernsehen.de Video alle wetter! vom 12.01.2021

Schneefräse
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Eiskratzer, Handschuhe und jede Menge Vorsicht gehören in Hessen ab sofort zur Grundausstattung. Keine Sorge: Sollten Sie im Homeoffice sitzen und auch sonst eher selten das Haus verlassen, können Sie weiter unbedarft in den Tag hineinleben. Sobald Sie einen Fuß auf die Straße setzen, ist erhöhte Aufmerksamkeit aber Pflicht. Laut hr-Meteorologe Tim Staeger nimmt die Glätte-Gefahr in den kommenden Tagen nämlich drastisch zu. "Es verschärft sich", warnt der Wetterexperte.

Zahlreiche Unfälle auf spiegelglatten Straßen

Und das könnte vor allem im frühmorgendlichen Berufsverkehr, der sich trotz der Coronakrise noch immer über sämtliche Autobahnen und Landstraßen schlängelt, weiter zum Problem werden. Nachdem am Mittwoch bereits zahlreiche Pkw- und Lkw-Fahrer auf Glatteis die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren, befürchtet Staeger für den Rest der Woche eine Verschlimmerung der Lage. "Das nächtliche Überfrieren nimmt zu." Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor zunehmender Glätte.

Einen besonders heftigen Unfall gab es in der Nacht zum Mittwoch auf der L3011 bei Idstein (Rheingau-Taunus), wo ein 33-Jähriger in einer Kurve von der Fahrbahn abkam, gegen einen Baum prallte und schwer verletzt wurde. Zu weiteren glättebedingten Ausrutschern mit Blechschäden und längeren Sperrungen kam es zudem auf der A5 bei Bensheim (Bergstraße), der A7 bei Homberg/Efze (Schwalm-Eder) und der A4 bei Bad Hersfeld. Auch auf der A661, der A66, der B45 und der B458 meldete die Polizei Unfälle. Die meisten verliefen glimpflich.

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zum Video Glätte sorgt für Unfälle und Staus auf der A5

Unfall Glätte A5
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Zweistellige Minusgrade möglich

Verantwortlich für Schnee, Eis und spiegelglatte Straßen sind derzeit die beiden Tiefdruckgebiete Dimitrios und Erhan, die Polarluft von Skandinavien aus in Richtung Hessen schicken und für Frost und Kälte sorgen. Vor allem nachts sinken die Temperaturen auf weit unter den Gefrierpunkt. In der Nacht zum Samstag erwartet Staeger vor allem in Höhenlagen erstmals zweistellige Minusgrade. "Es zieht richtig an."

Der Schneefall soll in den kommenden Tagen zwar weniger werden, vor allem im Norden und Osten des Bundeslandes stellt sich aber Dauerfrost ein. Klar ist: Je höher die Lage, desto höher das Glätte-Risiko. "Im Berufsverkehr kann es gefährlich werden", so Staeger. "Bis zum Wochenende wird es immer kälter." Ausreißer in den Plus-Bereich gibt es im Laufe der Woche nur noch tagsüber und nur in tieferen Regionen wie dem Rhein-Main-Gebiet oder der Bergstraße. Vorsicht beim Auto- oder Fahrradfahren und selbst normalem Gehen ist ab sofort aber landesweit geboten.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 12.01.2021, 19.15 Uhr