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Wetter in Hessen wird unbeständiger und regnerischer

Nach wochenlanger Dürre und Hitze ändert sich das Wetter in Hessen: Tief "Peggy" bringt Regen und kühle Luft. Mit langfristiger Entspannung für die Böden rechnen die hr-Wetterexperten aber noch nicht.

In dieser Woche erwartet Hessen ein Wetterphänomen, das in vielen Landesteilen lange nicht mehr zu beobachten war: Regen. Nachdem seit Mitte Juli etwa in Frankfurt durchgehend täglich mindestens 25 Grad gemessen wurden, kühlt es ab der Wochenmitte außerdem deutlich ab.

Verantwortlich für den Wetterwechsel ist das atlantische Tiefdruckgebiet "Peggy", das im Moment noch südwestlich von Irland liegt und sich allmählich gegen das aktuelle Hochdruckgebiet durchsetzt. "Das bedeutet, der Wetterumschwung wird in einzelnen Schüben stattfinden", erklärt hr-Meteorologe Andreas Wagner. "Das geht nicht Knall auf Fall, sondern es wird jeden Tag weniger warm und allmählich unbeständiger."

"Tief und Hoch rangeln miteinander"

Die Woche startet noch einmal hochsommerlich: "Am Montag kommen wir noch weitgehend sonnig und trocken durch den Tag", sagt Wagner. Im Rhein-Main-Gebiet und Rheinhessen steigen die Temperaturen in Richtung 30 Grad-Marke. "Selbst in den höchsten Lagen, zum Beispiel auf der Wasserkuppe, haben wir um die 23, 24 Grad - da braucht man keine Jacke."

Ähnlich gehe es auch noch am Dienstag und Mittwoch weiter - bei warmen Temperaturen bis 27 Grad. Ob es schon am Mittwoch zu größeren Regenfällen kommt, ist noch nicht klar. Die Wettermodelle seien sich da noch nicht einig, erklärt Wagner. "Wir wissen immer noch nicht genau, wie stark sich das Tiefdruckgebiet 'Peggy' gegen das Hochdruckgebiet vorarbeiten kann: Die beiden rangeln ein bisschen miteinander."

Ab Donnerstag nass und kühler

Spätestens am Donnerstag werde der Wetterwechsel zu spüren sein, kündigt der hr-Meteorologe an. "Dann geht es richtig los, dann kommt Tief 'Peggy' mit mehr Schwung vom Atlantik." Für die Nacht zum Donnerstag rechnet er damit, dass ein großflächiger Regen- und Gewitterteppich über Hessen zieht.

"Wir müssen uns von den Sommertemperaturen von 25 Grad und mehr verabschieden", sagt der Wetterexperte. Die Höchstwerte am Donnerstag schätzt er auf 23 Grad. In den höheren Lagen wird es mit 17 bis 19 Grad deutlich kühler. "Das ist gewöhnungsbedürftig - dann muss man sich schon mal ein Jäckchen anziehen", so Wagner.

Regen sorgt für mehr Wasser in Bächen

Am Donnerstag könnten durchaus 10 bis 15 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, prognostiziert Wagner. "Das wäre eine erste gute Sache, damit sich die Böden in den ausgetrockneten obersten Schichten durchfeuchten und dann für den nächsten Regen aufnahmefähiger werden."

In den Bächen und Flüssen mit Niedrigwasser rechnet der Wetterexperte mit einer deutlichen Entspannung. Aber: "Das Niedrigwasserproblem geht erst weg, wenn die Böden auch in tiefen Schichten durchfeuchtet werden." Dafür seien 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter nötig. Solche Regenmengen seien aber zunächst nicht in Sicht, erklärt Wagner. "Sollte es einen trockenen Herbst geben, haben wir schnell wieder Niedrigwasser, weil die Dürre in den Bodenschichten noch vorhanden ist."

Kommt der Sommer nochmal zurück?

Auch das Wochenende wird wohl nass bleiben - zusätzlich erwartet Hessen mehr Wind und kühlere Atlantikluft. Dass die sommerlichen Temperaturen im September noch einmal zurückkommen, hält Wagner trotzdem für gut möglich. "Ich gehe stark davon aus, dass das noch nicht alles vom Sommer war", prophezeit der Meteorologe.

Temperaturen über 25 Grad werde es wohl frühestens wieder zur Mitte der kommenden Woche geben. Bis dahin müssen sich die Menschen dem hr-Meteorologen zufolge in Hessen an "der Jahreszeit angemessene Temperaturen" von maximal 20 bis 23 Grad gewöhnen.

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