Blick auf Wetzlar von oben

Ein defektes Steuerungsteil in einer Trafo-Station legt in Wetzlar die Straßenbeleuchtung lahm. Die Laternen lassen sich nicht mehr automatisch ein- und ausschalten. Diese Aufgabe übernehmen nun Nachtwächter in Handarbeit.

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Audioseite Wetzlars neue Nachtwächter

In Wetzlar ging zwar der Mond, aber sonst kein Licht auf - die Straßenlaternen ließen sich nicht automatisch anschalten.
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An diesem Herbst-Freitag schafft es die Sonne am Vormittag nicht wirklich, sich durch die Wolken über Wetzlar zu kämpfen - und doch strahlen die Straßen der Lahn-Dill-Kreisstadt in vollem Licht. Überall in der Stadt brennen nämlich die Straßenlaternen.

Das sah am Donnerstag noch anders aus. Als es am Abend dämmerte, ging den Laternen nämlich kein Licht mehr auf. Sie ließen sich weder automatisch ein- noch ausschalten. Die Ursache liegt in einem mülltonnengroßen, 35.000 Euro teuren Steuerungsteil in der Trafo-Station am Stadion, erklärt Detlef Stein, technischer Geschäftsführer beim Energie- und Wasserversorgungsbetrieb Enwag auf hr-Anfrage.

Drei Stunden lang Laternen anknipsen

Nach 15 Jahren im zuverlässigen Dienst sei das Steuerungsteil kaputt gegangen. Zwei Wochen, bevor es ohnehin hätte ausgetauscht werden sollen, seien buchstäblich die Sicherungen durchgebrannt, sagt Stein.

Daher mussten am Donnerstagabend flugs drei Service-Mitarbeiter etwa drei Stunden lang in der Stadt alle Straßenzüge per Hand erhellen. Und das wird auch zunächst so bleiben: Auch in den kommenden Tagen sollen die "Nachtwächter" abends und morgens die Laternen an- und wieder ausknipsen, wie die Stadt am Freitagmorgen in einer Krisensitzung beschloss. Eine ebenfalls erwogene Dauer-Erhellung war doch keine Option. Zumindest am Freitag brannten die Lichter aber vorerst weiter.

Haarbachstraße liegt im Dunkeln

Am Montag soll dann ein Ersatzteil nahen - das wiederum nur kurzen Dienst leisten wird. Denn bei dem schon längerfristig anstehenden Austausch soll auch eine neue Technik verbaut werden, sagt Stein. Bis diese bereitsteht, kommt ein Leih-Steuerungsteil zum Einsatz, um Wetzlar zu erhellen.

Abzuwarten bleibt, ob die Verantwortlichen am Wochenende auch die zentrale Haarbachstraße wieder in Szene setzen können. Ausgerechnet auf einer der Hauptverkehrsstraßen Wetzlars nämlich bleiben die Laternen noch dunkel. Vor dem Trafo, an dem man sie anstellen könnte, versperrt ein Baugerüst den Zugang.

Stromausfall sorgt für weitere Probleme

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Audioseite Stromausfall in Wetzlar

Eine ausgefallene Ampel an einer vielbefahrenen Kreuzung
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Neben dem Problem mit den Laternen hatte Wetzlar am Freitag mit einem Stromausfall zu kämpfen: Wie der Energieversorger Enwag mitteilte, waren seit dem Vormittag Teile der Innenstadt rund um den Karl-Kellner-Ring und die Moritz-Hensoldt-Straße ohne Strom.

Betroffen waren auch die Ampelanlage am Buderusplatz und die Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises. Der Stromausfall wurde offenbar dadurch ausgelöst, dass bei Bauarbeiten ein Kabel zerstört wurde. Wie Enwag-Geschäftsführer Detlef Stein auf hr-Anfrage mitteilte, war die Störung am späten Nachmittag behoben.

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