Absperrungen Eltville Corona

Zum Wochenende kommt der Frühling so richtig in Fahrt. Doch in Corona-Zeiten gelten neue Regeln. So manche Stadt und Gemeinde riegelt Sehenswürdigkeiten und Treffpunkte ab.

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zum Video Debatte um Freiheitsrechte

Spaziergänger, Fahrradfahrer und Jogger sind am späten Nachmittag am Main unterwegs.
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Bis zu 20 Grad und Sonnenschein: Viele packt bei den aktuellen Wettervorhersagen für das Wochenende schon das Ausflugs- und Picknickfieber. Allerdings: Die Corona-Krise macht ein Umdenken in der Freizeitgestaltung nötig. Wo sich Scharen von Menschen tummeln, ist es nicht so einfach, das aktuelle Abstandsgebot einzuhalten. Das hat sich erst vergangenes Wochenende gezeigt.

Betroffene Städte und Gemeinden in Hessen greifen zu verschärften präventiven Maßnahmen. Wo Andrang droht und eine Enge, die keine ansteckungsfreien Distanzen ermöglicht, wird abgeriegelt.

Kein Imbiss am See

Die nordhessische Gemeinde Edertal (Waldeck-Frankenberg) am Edersee hat beispielsweise angeordnet, dass die Imbisse an der Sperrmauer ihren Verkauf einstellen müssen. Denn der See ist ein beliebtes Ausflugsziel geblieben. Beobachter hatten von Besuchermengen berichtet - die leider die derzeit wichtigen 1,5 bis 2 Meter Abstand an den Essensständen nicht eingehalten hatten.

Um den Besucherzustrom einzudämmen, kündigte die Stadt auch an, Wohnmobil-Stellflächen im Ortsteil Hemfurth und am Rehbach zu schließen. Wenn diese Maßnahmen nicht griffen, warnte Bürgermeister Klaus Gier, dass alle Parkplätze geschlossen werden.

Rüdesheim und Eltville sperren großflächig Parkplätze

Dazu ist man in Rüdesheim und Eltville (Rheingau-Taunus) schon übergegangen. Nun bleiben die öffentlichen Parkplätze von Rüdesheim bis Walluf gesperrt, auch die Zufahrten zu den "Hotspots" im Rheingau wie dem Niederwalddenkmal, den Schlössern Vollrads und Johannisberg oder Kloster Eberbach sind gesperrt.

Die bei Ausflüglern und Touristen sehr beliebten Gemeinden hatten am Wochenende ebenfalls einen großen Besucherandrang verzeichnet. Um zusätzliche Anreize für Besucher zu vermeiden, bleiben auch die Weinprobierstände in der gesamten Umgebung geschlossen. Die Stadt Limburg wiederum hat wie andere auch Bänke an beliebten Plätzen abmontieren lassen. Auch alternative Sitzgelegenheiten wie Brunnenränder würden nun abgesperrt.

Polizei will am Wochenende verstärkt kontrollieren

Um die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen angesichts des guten Wetters zu kontrollieren, haben Polizeistellen und Ordnungsämter verstärkte Arbeit am Wochenende angekündigt. Nach dem neuen Bußgeldkatalog kann es mit 200 Euro pro Person geahndet werden, wenn sich mehr als zwei Personen treffen, die nicht aus einem Haushalt stammen und keine Familienmitglieder sind.

In Frankfurt hatte die Polizei in dieser Woche bereits eine Drohne eingesetzt, um das Abstandsgebot zu kontrollieren. Konkret sei es darum gegangen, ob sich die Abiturienten an die Absage der Abifeiern hielten, erklärte ein Sprecher dem hr. Ein weiterer Einsatz sei vorerst nicht geplant.

Auch das Gießener Polizeipräsidium betonte, Beamten würden in der Region verstärkt auf die Einhaltung der Regeln achten und konsequent auf Verstöße reagieren. Die Stadt Kassel kündigte an, Einsatzkräfte würden es bei größeren Ansammlungen von Menschen nicht mehr nur bei einer Ansprache belassen. Ab sofort würden direkt die Personalien aufgenommen und an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.

Alternative Wege entdecken

Doch wohin, wenn man trotzdem an die Luft und Menschenansammlungen vermeiden will? Die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) rät dazu, auch einmal auf Pfaden abseits des Lohrbergs oder des Mainufer zu wandeln - dort war am vergangenen Wochenedne der Andrang erheblich.

"Frankfurt hat so viel mehr zu bieten als die allseits bekannten Orte", sagte Heilig. Wer den Main liebe, könne beispielsweise auch einmal das Ufer in Schwanheim oder Fechenheim und von dort aus weiter im Grüngürtel radeln oder wandern. Solche Ausweichmanöver dürften auch anderswo in Hessen möglich sein.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 3. April 2020, 16.45 Uhr