Ansicht eines Tunnels für den Straßenverkehr

Tesla-Gründer Elon Musk hat einen internationalen Tunnelbau-Wettbewerb ausgeschrieben. Im Finale des Wettbewerbs stehen auch Studenten aus Fulda. Dort wollen sie sich mit ihrem "Dirt Torpedo" durch den Wüstenboden in den USA wühlen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fuldaer Studenten stehen bei einem Tunnelbau-Wettbewerb von Tesla-Gründer Elon Musk im Finale.

Fuldaer Studenten nehmen an Tunnelbau-Wettbewerb teil
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Tunnelbau ist nichts für Ungeduldige. Der Fortschritt vollzieht sich nicht mal im Schneckentempo. "Die meisten Tunnelbau-Systeme sind langsamer als eine Weinbergschnecke, die gerade einmal pro Stunde drei Meter zurücklegt", sagt Maschinenbau-Student Adrian Fleck.

Der 22-Jährige aus Fulda ist der Kopf eines jungen Forscher-Teams, das an einem besonderen Tunnelbau-Wettbewerb teilnimmt. Die Tüftler, vor allem Studenten, konkurrieren mit der Weltelite und haben nun das Finale erreicht.

Tesla-Chef und Elektro-Mobilitäts-Pionier Elon Musk hat den Wettbewerb ausgeschrieben. Ziel: neue Lösungen für den Tunnelbau finden, das Bau-Tempo erhöhen und die Kosten senken. Bisher ist Tunnelbau sehr teuer und zeitaufwändig.

Tunnelbau-Forscher Adrian Fleck aus Fulda

Musk verbindet mit dem Tunnel-Bau visionäre Ideen: Er will so das Straßennetz unterirdisch erweitern und damit den Flächenverbrauch oberirdisch reduzieren. Er denkt über Tunnel auf mehreren Ebenen nach - nicht nur für Autos, sondern auch für den Frachtverkehr, Fußgänger und die Energieversorgung.

Rund 400 Konzepte wurden beim Wettbewerb eingereicht - übrig geblieben sind zwölf. Darunter sind Forscher-Teams aus der Schweiz, Großbritannien und einige aus den USA, etwa von dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), der größten Technik-Universität der Welt. Aus Deutschland ist die TU München noch dabei. Das Fuldaer Team ist in prominenter Gesellschaft.

Und die Osthessen geben sich selbstbewusst: "Wir haben durchaus gute Chancen im Finale und bewegen uns mit den anderen auf Augenhöhe", sagt Fleck. Er hat gute Erfahrungen gemacht mit Wettbewerben. Im Jahr 2018 gewann er zusammen mit seiner Schwester Anna beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht" den Sonderpreis für die originellste Arbeit.

Die beiden Forscher Adrian (Mitte) und Anna Fleck (rechts) präsentieren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2018 ihre Erfindung.

5,4 Meter pro Stunde - schneller als eine Schnecke

Für den Tunnelbau-Wettbewerb hat Fleck als Team-Chef eine Forscher-Mannschaft zusammengestellt. "Ich habe die besten Köpfe aus meiner Jugend-forscht-Zeit und weitere beeindruckende Persönlichkeiten gewinnen können." Es sind alles Studenten. Fleck macht derzeit eine duale Ausbildung, arbeitet bei der Fuldaer Anlagenbau-Firma FFT und studiert an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mosbach.

Dieses Team hat den "Dirt Torpedo" entworfen. "Der Name ist eine Metapher und soll klar machen, dass wir schnell sind", erklärt Fleck. Ihre Tunnelbau-Maschine soll laut Simulation bis zu 5,4 Meter pro Stunde zurücklegen - und ist damit zügiger unterwegs als die Weinbergschnecke mit ihren drei Metern.

Der Dirt Torpedo wühlt sich durchs Erdreich. Der Schutt wird wie in einer Pfeffermühle zerkleinert und durch eine Art Staubsauger nach hinten befördert. Außerdem: Die Maschine betoniert die Tunnelröhre und verhindert ein Einstürzen.

"Wollen beweisen, dass Maschine funktioniert"

Soweit die Theorie. Noch gibt es keinen Prototyp. "Wir haben noch keine komplett zusammengebaute Maschine, nur einzelne Komponenten", erklärt Fleck. Das soll sich ändern, spätestens bis Sommer. Dann findet in der Mojave-Wüste nahe Los Angeles das große Finale statt. Die Aufgabe: Einen 30 Meter langen Tunnel mit einem Durchmesser von einem halben Meter graben. Durch die Röhre soll dann ein Mini-Tesla ferngesteuert fahren.

Bis der Prototyp steht, gibt es noch einiges zu tun. Auch Sponsoren finden, gehört dazu. Fleck spricht von 200.000 Euro, die das Team benötigt, um die Maschine zu bauen. "Wir wollen beweisen, dass unsere Maschine funktioniert", sagt der Jungforscher.

Sendung: hr4, 01.03.2021, 18.15 Uhr