Die Alte Landesschule in Korbach wird geräumt
Die Alte Landesschule in Korbach wird nach einer Bombendrohung geräumt. Bild © HessennewsTV

In Nordhessen muss zum vierten Mal innerhalb kürzester Zeit eine Schule wegen anonymer Drohungen geräumt werden. Die Polizei überprüft mögliche Zusammenhänge und warnt vor harten Strafen.

Für die meisten Schüler ist es vermutlich eine willkommende Abwechslung, für die Polizei ist es ein Albtraum: In Korbach (Waldeck-Frankenberg) musste am Montagmorgen erneut die Alte Landesschule nach einer Bombendrohung gesperrt und geräumt werden.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schule in Korbach nach Bombendrohung geräumt

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Für insgesamt 950 Kinder und Jugendliche fiel der Unterricht aus. Sie wurden von den zahlreich eingesetzten Beamten abgefangen, vorher informiert oder wieder aus den Gebäuden begleitet. Um 7.49 Uhr waren alle Personen in Sicherheit, wie die Polizei mitteilte.

"Wir gehen dabei immer von der Ernsthaftigkeit einer solchen Aktion aus und leiten alle erforderlichen Maßnahmen ein", sagte ein Polizeisprecher dem Hessischen Rundfunk. "Es sind immer Menschenleben in Gefahr."

Täter droht empfindliche Strafe

Bei der Durchsuchung der Räume wurden dann zwar keine verdächtigen Gegenstände gefunden, um 9.45 Uhr öffnete die Schule wieder. Ein Kavaliersdelikt sei die Androhung eines Bombenanschlags dennoch nicht, betonte die Polizei in einer zweiten Pressemitteilung.

Laut Strafgesetzbuch wird die "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft. Hinzu kommen noch die Kosten des Einsatzes, die vom Verursacher zu tragen sind. Dabei könne es schnell in den fünfstelligen Bereich gehen, sagte Matthias Mänz von der Polizei Kassel zu hessenschau.de.

Vierter Fall innerhalb kürzester Zeit

In Nordhessen war es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Drohungen gegenüber Schulen und anschließenden Räumungen gekommen. Das Gymnasium in Korbach war bereits am 22. August betroffen. In Kassel musste die Paul-Julius-von-Reuter-Schule innerhalb einer Woche gleich zweimal evakuiert werden. "Mögliche Verbindungen zwischen den Fällen werden überprüft", so ein Sprecher. "Das ist definitiv mehr als ein böser Bubenstreich."