Vogeldreck bedeckt ein Auto in Wiesbaden

Diese Stare sind echte Sturköpfe: Jedes Jahr bevölkern tausende Tiere eine Straße in Wiesbaden - und hinterlassen überall Vogeldreck. Jede Taktik gegen die Tiere scheiterte. Nun will die Stadt sie mit einem Feuerwerk loswerden.

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Der Star ist ein geselliges Wesen, hängt gerne in großen Schwärmen rum und pflegt Traditionen: Eine davon macht Wiesbaden jedes Jahr zu schaffen, wenn tausende Tiere auf ihrem Zug nach Süden in der Adolfsallee ihre "Schlafbäume" besuchen. Stare schlafen nämlich gerne in Bäumen, die sich schon mal als komfortable Übernachtungsgelegenheit erwiesen haben.

Und wo der Star sich niederlässt, da hinterlässt er auch: massenweise Kot auf Autos, einem Spielplatz und Gehwegen. Nun will die Stadt die Tiere mit einem Feuerwerk endgültig verjagen. Alle bisherigen "Vergrämungsmaßnahmen" hatten die Stare kaum beeindruckt.

Keine Reaktion bei Grusel-Ballons

Die Stadt ließ Ballons über die Baumkronen steigen lassen, die mit aufgedruckten Raubvogelaugen für Angst und Schrecken sorgen sollten, sobald die Stare bei Sonnenuntergang eintreffen. Dazu wurden Vogelstimmen vom Band abgespielt. Angeblich ängstigen die "Scary-Eye-Balloons" kleinere Vögel, nicht aber die Stare: Die Stadt konnte nur "geringfügige Irritiationen" beim Vogelschwarm in den Baumwipfeln feststellen. Die Stare kamen einfach zurück und nahmen unbekümmert ihre Schlafplätze ein.

Knallkörper und Vogelstimmen-Sound

Nun sollen es Knallkörper richten, ab Donnerstag werden die Stare in Wiesbaden mit einem Feuerwerk erwartet, sobald der Sonnenuntergang beginnt und die Tiere in die Adolfsallee heimkehren. 30 bis 40 Knallkörper, in mehreren Schüben kontrolliert gezündet, 15 Minuten lang, sobald der Staren-Schwarm einfliegt. Zusammen mit dem Scary-Eye-Balloon und den Vogelstimmen soll das dazu führen, dass die Stare endgültig das Weite suchen.

Ein Schwarm von Staren fliegt über Wehrheim (Hochtaunus)

Der Vogelkot kostet jedes Jahr Autobesitzer Nerven, für die professionelle Reinigung von Bänken und Spielgeräten mehrmals wöchentlich muss die Stadt monatlich rund 5.500 Euro zahlen. Sollte das Feuerwerk bei den Staren auch nicht zünden, würden weitere Möglichkeiten gesucht, die Tiere zu vertreiben, teilte die Stadt mit.

Bei allen Maßnahmen muss die Stadt den Naturschutz beachten. Vögel abzuschießen oder ihre Bäume zu fällen, sind entsprechend keine Möglichkeit. Wenn die Stare trotz aller Vertreibungs-Taktik bleiben, bleibt vorerst nur eins: Putzen und häufiger in die Waschanlage fahren.