Turnhalle
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Lehrer müssen im Notfall Erste Hilfe bei ihren Schülern leisten. Das unterstreicht der Bundesgerichtshof nach einem folgenschweren Schulunfall in einer Wiesbadener Turnhalle. Für das schwerbehinderte Opfer ist das aber nur ein Teilerfolg.

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Der Bundesgerichtshof (BGH) betont die Erste-Hilfe-Pflicht für Lehrer im Sportunterricht. Sportlehrern obliege die Amtspflicht, etwa erforderliche und zumutbare Erste-Hilfe-Maßnahmen rechtzeitig und in ordnungsgemäßer Weise durchzuführen. Die Lehrer seien nicht durch ein "Haftungsprivileg" geschützt, wie es für Nothelfer bei Unfällen gilt.

Der BGH hob am Donnerstag in Karlsruhe ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt auf und wies es zur Neuverhandlung zurück.

Schüler verunglückte im Schulunterricht

Der BGH urteilte über einen sechs Jahre zurückliegenden Fall aus Wiesbaden. Ein Schüler war im Januar 2013 beim Aufwärmen im Schulsport plötzlich zusammengebrochen. Der damals 18 Jahre alte Gymnasiast erlitt irreversible Hirnschäden wegen mangelnder Sauerstoffversorgung. Er ist heute zu 100 Prozent schwerbehindert und muss rund um die Uhr betreut werden.

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Der Vater des inzwischen 24-Jährigen hatte das Land Hessen wegen unzureichender Erste-Hilfe-Maßnahmen verklagt. Er forderte mindestens 500.000 Euro Schmerzensgeld, gut 100.000 Euro für die Erstattung materieller Schäden, eine monatliche Mehrbedarfsrente von etwa 3.000 Euro sowie die Feststellung, dass Hessen auch für künftige Kosten aufkommen soll.

In den Vorinstanzen hatte seine Klage keinen Erfolg. Es sei nicht sicher, ob mögliche Fehler der Lehrer bei der Ersten Hilfe sich kausal auf den Gesundheitszustand des Klägers ausgewirkt hätten. Auf ein Gutachten wurde verzichtet. Das fordert der BGH nun für den neuen Prozess ein.

Vater: "Wir sind guter Dinge"

Dass die Lehrer die Amtspflicht in dem Fall verletzt haben, wird vom Gericht angenommen. Ob dies ursächlich für die Behinderung des Jungen war, muss aber nun festgestellt werden. Nur wenn ein Zusammenhang zwischen der unterlassenen Reanimation und der Behinderung bewiesen wird, hat der 24-Jährige Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Der Vater des Jungen hofft nun auf ein OLG-Urteil zugunsten seines Sohnes: Der erneute Prozess werde psychisch noch einmal belastend. Doch, so sagte er nach dem Urteil in Karlsruhe: "Wir sind guter Dinge."