Windrad brennt bei Trendelburg
Das Windrad stand weithin sichtbar in Flammen Bild © Jürgen Wulfert

Mitten in den Feldern im nordhessischen Trendelburg hat eine fast 70 Meter hohe Windkraftanlage Feuer gefangen. Teile stürzten zu Boden. Für die Feuerwehr war dieser Einsatz ein Novum.

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Eine 68 Meter hohe Windkraftanlage nahe dem Trendelburger Ortsteil Langenthal (Kassel) ist am Dienstagnachmittag in Flammen aufgegangen. "Ein brennendes Windrad habe ich in meiner Feuerwehr-Karriere auch noch nie erlebt. Die Rauchsäule sahen wir bei der Anfahrt schon von weitem. Sowas kennt man ja sonst nur von Youtube", beschrieb Stadtbrandinspektor Tobias Reidelbach hessenschau.de die Situation.

Bis zu 200.000 Euro Schaden

Mit rund 45 Einsatzkräften waren die Feuerwehren der Umgebung an den Brandort direkt an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalenausgerückt. Ein Landwirt hatte die Polizei alarmiert. Als die Einsatzkräfte ankamen, brannte nicht nur das Turbinenhäuschen: Auch eines der drei Rotorblätter hatte Feuer gefangen, hohe Rauchsäulen stiegen in den Himmel, brennende Teile stürzten herab.

In der Region um Trendelburg stehen zahlreichen Windkraftanlagen. Nach ersten Ermittlungen führte ein technischer Defekt zu dem Brand. An dem Windrad waren demnach Wartungsarbeiten vorgenommen worden. Als dann der Motor wieder eingeschaltet wurde, kam es aus noch ungeklärter Ursache zu dem Feuer. Hinweise auf ein vorsätzliches Handeln gebe es nicht.

Der Sachschaden wird laut Polizeisprecher von der Betreiberfirma auf bis zu 200.000 Euro beziffert. Verletzt wurde niemand.

Zwei-Tonnen-schweres Rotorblatt in Flammen

Das Feuer an dem zwei Tonnen schweren Rotorblatt hatte sich bis zum frühen Abend zu einem Schwelbrand reduziert. "Es kokelt noch vor sich hin", sagte ein Polizeisprecher. Entgegen der ersten Annahme sei es laut Polizei und Feuerwehr mittlerweile unwahrscheinlich, dass das Rotorblatt noch abfällt.

Die Feuerwehr löschte herabfallende brennende Teile und war darüberhinaus zum Zuschauen verurteilt. Da keiner in den Gefahrenbereich könne, stünden die Einsatzkräfte mit Löschfahrzeugen zur Brandwache bereit, falls die Felder rund um das brennende Windrad vor einem Übergriff der Flammen geschützt werden müssten, sagte Einsatzleiter Reidelbach.

Das Feuer selbst werde man kontrolliert ausbrennen lassen. Nach Angaben des Betreibers wird der verbrannte Windradkopf in den kommenden Tagen mit Hilfe eines Krans demontiert.

"Glück im Unglück"

Reidelbach sprach vom Glück im Unglück. "Zum Glück hatten wir wenig Wind und die Felder direkt unterhalb der Anlage sind nicht so ausgetrocknet, dass sie durch die herabstürzenden Teile gleich Feuer fingen."

Zudem habe sich die Anlage selbst abgeschaltet, sodass der Rotor stillstand. "Durch den Wind wurden anfangs zwar brennende Teile in einem Radius von vielleicht 60 Metern weggeschleudert, aber die konnten schnell gelöscht werden."