Verschneite Statue der Frau Holle auf dem Hohen Meißner

Wenn der Blick aus dem Fenster wieder zum Blick auf den Kalender passt: Am Dienstag und Mittwoch kommt wohl tatsächlich Schnee in die hessischen Niederungen. Aber nicht für lange.

Sie kann es also doch noch, die Frau Holle, und sie will es auch zeigen: Am Dienstag soll sie, wenn man Sage und Märchen folgt, aus ihrem Reich unterhalb des Frau-Holle-Teichs auf dem Hohen Meißner steigen und einmal kräftig ihr Kissen schütteln. Praktisch bedeutet das: "Oberhalb von 400 Metern kann es richtig weiß werden, auch nachhaltig." Das berichtet hr-Meteorologe Mark Eisenmann.

Er wiederum sieht die Ursache dafür weniger in einer Sagengestalt, sondern im Ausläufer eines Tiefs, das am Dienstag von England in Richtung Südskandinavien zieht. Im Gepäck hat es viel Ungemütlichkeit: "Das wird ein turbulenter Tag", sagt Eisenmann. "Es ist den ganzen Tag über windig bis stürmisch mit Schauern, im Lauf des Tages wird es aber immer kälter. Da gibt es dann Schnee und Graupel bis in die Niederungen."

Ab Donnerstag wird's wieder mild - und regnerisch

Besonders betroffen sind dann auch die hessischen Höhenzüge - der Taunus zum Beispiel könnte richtig winterlich werden, aber auch wo kein Schnee liegt, kann die kalte Meeresluft vom Nordatlantik für glatte Straßen sorgen. Der Mittwoch wird ähnlich. Auch hier gebe es oberhalb von 400 Metern durchweg Schnee, sagt Eisenmann, teilweise auch wieder bis in die Niederungen.

Dann aber gönnt sich Frau Holle wieder eine Pause - wie lange, ist noch unklar. Und wer sich jetzt schon auf ein Wochenende mit Ski und Schlitten gefreut hat, kann diesen Gedanken gleich wieder begraben. Denn ab Donnerstag kommt mildere Luft nach Hessen, vereinzelt sind auch freundliche Abschnitte drin. "Und dann steht schon der nächste Tiefausläufer vor der Tür", sagt Eisenmann - der aber deutlich wärmer ausfällt. Das heißt dann wieder vor allem eins: Regen.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter!, 27.01.2020, 19.15 Uhr