Unfall auf der A67 bei Viernheim
Unfall auf der A67 bei Viernheim: Drei Fahrzeuge waren ineinander gerutscht. Bild © Kreutz TV-NEWS

Schnee und glatte Straßen haben allein in Südhessen für rund 60 Unfälle gesorgt. Am Frankfurter Flughafen wurden 170 Flüge gestrichen. Die Glättegefahr bleibt kurzfristig noch bestehen.

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Ein Tiefausläufer aus dem Norden mit Kaltluft und dicken Wolken hat Hessen in der Nacht zum Sonntag eine weiße Pracht beschert - und damit vielerorts auch glatte Straßen. Aufgrund Wintereinbruchs kam es laut Polizei allein in Südhessen seit 6 Uhr zu mindestens 60 Unfällen, zumeist mit Blechschäden.

Viele Fahrzeuge seien in Gräben, gegen Laternenmasten oder Zäune gerutscht, sagte ein Polizeisprecher. Andere drehten sich auf der Fahrbahn und fuhren gegen die Leitplanke. Bei zwei Unfällen seien die Insassen leicht verletzt worden.

Auf der A67 sorgte ein Unfall zwischen Lorsch und Viernheim (Bergstraße) am Morgen kurzzeitig für Behinderungen. Nach Angaben der Polizei waren drei Fahrzeuge vermutlich wegen des Schneefalls ineinander gerutscht. Zwei Insassen erlitten Schocks. Nähere Angaben zum Unfallhergang und zu den beteiligten Personen konnten die Beamten zunächst nicht machen. Die Autobahn war etwa eine halbe Stunde lang blockiert.

Mutter und 10-jähriger Sohn verletzt

Unfall Glätte
Bei Breitenbach überschlug sich ein Auto auf glatter Fahrbahn. Bild © TV-News Hessen

Auf der B62 bei Breitenbach-Oberjossa (Hersfeld-Rotenburg) überschlug sich am Nachmittag ein Pkw und landete in einem Graben. Die Fahrerin kam mit Verletzungen ins Krankenhaus. Ihr 10-jähriger Sohn wurde bei dem Unfall leicht verletzt und konnte noch am Nachmittag wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Andere Fahrzeuge waren laut Polizei nicht an dem Unfall beteiligt.

In Osthessen kam es den Angaben zufolge am Sonntag zu rund 20 Glätte-Unfällen, bei fünf Unfällen erlitten Menschen leichte Verletzungen.

Flugausfälle, "Skyline"-Bahn lahmgelegt

Auch der Frankfurter Flughafen kämpfte mit dem Wintereinbruch. Bis zum Abend wurden 170 Flüge annuliert. Außerdem kam es zu vielen Verspätungen, weil die Flugzeuge vor dem Abflug enteist werden mussten, sagte ein Fraport-Sprecher dem hr. Betroffen seien vor allem Flüge innerhalb Europas. Die meisten Flüge seien schon am Samstagabend mit Blick auf die Wetterprognose gestrichen worden.

Schneepflüge fahren über das Vorfeld des Frankfurter Flughafens.
Schneepflüge fahren über das Vorfeld des Frankfurter Flughafens. Bild © picture-alliance/dpa

Der Winterdienst des Flughafens war zudem mit dem Räumen der Bahnen beschäftigt. Die flughafeninterne "Skyline"-Hochbahn zwischen den Terminals 1 und 2 fiel außerdem am Vormittag etwa vier bis fünf Stunden aus, weil zu viel Schnee auf der Fahrspur lag, wie ein Flughafen-Sprecherin sagte. Der Verkehr zwischen den Terminals wurde mit Bussen abgewickelt.

Bei der Deutschen Bahn lief der Verkehr bis zum Mittag überwiegend reibungslos. Nach Angaben eines Sprechers gab es keine wetterbedingten Pannen oder Behinderungen.

Glättegefahr bleibt vorerst

Der Winterzauber währt jedoch nicht mehr lange: Schon am Nachmittag lässt der Schneefall nach, "nur hier und da kann es noch ein paar Flocken oder etwas Sprühregen geben“, sagt hr-Meteorologe Michael Köckritz. Auf den Straßen müsse man deshalb aber vorerst weiter mit Glätte rechnen, warnt der Wetterexperte.

Am Montag ziehen dann von Westen her Regenfälle auf, mit bis zu bis fünf Grad wird es dazu deutlich milder. "Dann regnet es auch in den Hochlagen, nur auf den äußersten Bergen kann es noch leichten Schneefall geben", sagt Köckritz.

In den darauffolgenden Tagen werde es sogar immer milder. In der zweiten Wochenhälfte gebe es selbst auf den Bergen keinen Schnee mehr. "Im Grunde folgt dann ein unwinterlicher Witterungsabschnitt mit mehreren Tiefs, die der Westwind zu uns nach Hessen bringt", so Köckritz. Am vierten Advent könne es sogar zehn bis 14 Grad warm werden. "Und an Heiligabend ist es voraussichtlich in ganz Hessen Grau-in-Grau".