Ein Auto liegt auf dem Dach in einem Graben, mehrere Feuerwehrautos und Einsatzkräfte stehen davor auf der Straße

Festhängende Lkw, schlitternde Autos, gesperrte Straßen: Schnee und Glätte haben es Autofahrern vor allem im Norden und der Mitte Hessens schwer gemacht. Auch in den kommenden Tagen ist die Rutschgefahr groß.

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Stundenlanger Schneefall in Hessens Mittelgebirgen bis zum Freitagmorgen: Das wären eigentlich gute Nachrichten für Wintersport-Freunde. Im Westerwald oder auf dem Hoherodskopf im Vogelsberg liegen jetzt schon bis zu 30 Zentimeter. Doch die hessischen Winterausflugsziele haben wegen des befürchteten Lockdown-Ansturms dicht gemacht. Und so bedeutet das Winterwetter vor allem eines: Gefahr durch Schnee und Glätte.

Schon in der Nacht kam zu ersten Unfällen und Straßensperrungen. Lkw hingen fest, Busse kamen nicht. Die L3167 bei Laubach (Gießen) musste am Vormittag zwischen Freienseen und Sellnrod voll gesperrt werden, nachdem ein Räumfahrzeug von der Straße abgekommen war. Mit einem Schwerlastkran soll das schwer beschädigte Fahrzeug bis zum Mittag geborgen werden. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Auf der A7 in Richtung Kassel kam zwischen der Raststätte Hasselberg-Ost und Malsfeld (Schwalm-Eder) ein Gefahrguttransporter von der Fahrbahn ab. Der mit Lithium-Batterien beladene Lastwagen rutschte in die Böschung und kippte um. Der Standstreifen musste gesperrt werden. Die Polizei vermutet, dass der Fahrer zu schnell unterwegs war und auf der verschneiten Strecke ins Schleudern geriet.

Der Verkehr war auch in anderen Regionen beeinträchtigt, besonders in Osthessen machte der Schneefall den Verkehrsteilnehmern zu schaffen. Bei einem Unfall in Eichenzell (Fulda) kam in der Nacht eine 62 Jahre alte Autofahrerin ums Leben, als ihr Wagen frontal gegen einen Brückenpfeiler krachte. Die Fahrbahn war schneebedeckt, die genaue Unfallursache muss laut Polizei allerdings noch ermittelt werden.

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Räumdienste und Streufahrzeuge waren in der Region im Dauereinsatz, wie die Polizei in Fulda berichtete. Die Beamten baten die Autofahrer um Geduld: "Die Fahrzeuge können nicht überall gleichzeitig sein." Bei den Rutschpartien auf den Straßen kam es den Angaben zufolge insgesamt zu rund einem Dutzend Unfällen, bei den meisten sei es bei Sach- und Blechschäden geblieben.

Auto überschlug sich

Bei Felsberg (Schwal-Eder) geriet eine Autofahrerin ins Schleudern, kam mit ihrem Fahrzeug von der Straße ab und überschlug sich. Sie erlitt laut Feuerwehr leichte Verletzungen. Zu Glatteis-Unfällen kam es auch auf den nordhessischen Autobahnen A44, A49 und A47. Verletzt wurde dabei laut Polizeiangaben niemand.

Polizeibeamte sperrten im Vogelsberg die B62 zwischen Angenrod und Ohmes ab. Auch die B253 in Mittelhessen zwischen Biedenkopf und Battenberg (Waldeck-Frankenberg) wurde rund um die 673 Meter hohe Sackpfeife wegen schneebedeckter Fahrbahn gesperrt - und das schon kurz nach Mitternacht. Wann die Straßen wieder freigegeben werden, war zunächst noch unklar.

Am Wochenende kaum Schnee aber Glätte

Für Freitag gelten für alle hessischen Landkreise und Städte amtliche Wetterwarnungen wegen Frost, Glätte und Schneefall. Während in den meisten Lagen nur mit leichtem Niederschlag von einem bis fünf Zentimeter gerechnet wird, könnte es in den Landkreisen Limburg-Weilburg, Main-Kinzig, Wetterau, Gießen und Vogelsberg bis 15 Zentimeter Neuschnee geben.

Für das Wochenende rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) derweil nur noch im Bergland mit Schneefällen. Ein Grund zur Entwarnung ist das allerdings nicht. Auch in der Nacht zum Samstag ist vielerorts mit Glätte aufgrund überfrierender Nässe zu rechnen. Am Samstag und am Sonntag rechnet der DWD vielerorts mit dichten Wolken. Die Höchstwerte erreichen um die drei Grad, im Bergland komme es an beiden Tagen zu Frost. Sonntags könne sich auch mal die Sonne zeigen.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 08.01.2021, 16.45 Uhr