Dunkle Wolken über einem blühenden Rapsfeld bei Marburg

Dicke Wolken und immer wieder Regen: Was sich derzeit beinahe schon herbstlich anfühlt, ist laut Meteorologen ein ganz normaler deutscher Sommer. Und der bleibt uns nach einem kleinen Zwischenhoch vorerst auch erhalten.

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zum Video Kommt das Sommerende?

hs
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Schwimmbad von früh bis spät, Dauergrillen und Kurze-Hosen-Pflicht im Büro? Aus, vorbei. Die Sonne macht sich rar in diesen Tagen und wird sich auch am Wochenende kaum blicken lassen. Nur am Freitag gibt sie ein kleines Comeback, bevor die Wolken wieder die Wetterregie übernehmen. Manch einer beklagt schon das Ende des Sommers - doch das ist verfrüht.

Noch in der Nacht zum Freitag ziehen die letzten Schauer ab, dann bringt ein Zwischenhoch freundliches und sonniges Wetter nach Hessen. Besonders der Süden darf sich am Freitag auf viel Sonne mit Temperaturen von bis zu 25 Grad freuen.

Ungemütliches Wochenende

Doch schon am Samstag bringt Atlantiktief "Bernd" wieder Wolken und Regen bei Temperaturen zwischen 21 und 25 Grad. Richtig ungemütlich wird es dann am Sonntag. "Bernds" Randtief "Carlo" hat schauerartige Regenfälle und jede Menge Wind im Gepäck. Die Höchswerte liegen zwischen 20 und 27 Grad. Je nach Lage des Tiefdruckgebiets darf sich höchstens der Osten des Landes noch Hoffnung auf etwas Auflockerung machen.

Dabei ist der Sommer keineswegs weg. "Das ist ein ganz normaler deutscher Sommer", sagt hr-Wetterexperte Marcel Herber. Dieses wechselhafte Wetter sei typisch  für diese Jahreszeit, die Wahrnehmung habe sich durch die Hitzewellen allerdings verschoben.

Wasserspeicher noch nicht wieder voll

Angesichts der jüngsten Dürreperioden und dem damit verbundenen Wassermangel dürfte sich der Ärger über den Niederschlag zumindest bei Landwirten, Gartenbesitzern und sonstigen Regen-Liebhabern in Grenzen halten. Bäume und Pflanzen atmen sichtbar auf und lassen ihre Blätter nicht mehr ganz so arg hängen.

Noch reicht die Regenmenge allerdings nicht aus, um die Wasserspeicher wieder aufzufüllen. "Die Feuchtigkeit ist bislang nur in die obere Erdschicht vorgedrungen, als die oberen 10 bis 15 Zentimeter", so Herber. Damit sich auch die unteren Erdschichten erholen könnten, bräuchte es einen nassen Herbst und Winter.

Chancen auf Sonne steigen wieder

Doch neben aller Regen-Euphorie hat der Wetterexperte auch den Sonnen-Sommer noch nicht abgeschrieben. Zum Wochenstart soll sich das Wetter nach dem windigen und regnerischen Sonntag wieder beruhigen, ab Dienstag steigen dann die Chancen auf Sonnenschein. Die Temperaturen sollen sich um die 25 Grad einpendeln. Typisch deutsch!

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 15.08.2019, 19.30 Uhr