In Hessen werden wieder vermehrt Wölfe gesichtet.

Nachdem das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie für das Jahr 2018 keine einzige bestätigte Wolfsmeldung nennt, häufen sich nun die Beweise. Im Jahr 2019 wurden nach Angaben der Behörde bereits mindestens drei Tiere nachgewiesen. In den vergangenen zehn Jahren wurden nach Angaben des Umweltministeriums etwa ein Dutzend Wölfe in Hessen nachgewiesen. "In Hessen selbst haben sich noch keine Wölfe fest niedergelassen und Reviere gegründet, aber es konnten in den letzten Monaten einzelnen Tiere bestätigt werden", sagte die stellvertretende Pressesprecherin Julia Stoye.

Für Aufregung sorgte vor kurzem die Meldung einer Landwirtin aus Ulrichstein (Vogelsberg). Das Raubtier soll ein wenige Wochen altes Kalb gerissen haben. Der Fall soll aber noch untersucht werden. Zudem existiert zu einer Sichtung in Ulrichstein ein Foto eines Zeugen. Es wurde von Fachleute des Landesamtes als Beleg bewertet.

Eine Gefahr für Menschen sieht das Ministerium trotz der vermehrten Wolfsmeldungen nicht: "Wölfe sind vorsichtig und gehen normalerweise dem Menschen aus dem Weg. Es gibt keinen Anlass, anzunehmen, dass Menschen durch Wölfe bedroht sind. Sollte es doch zur konkreten Gefährdung von Menschen durch einen Wolf kommen, kann ein solcher Wolf zur Gefahrenabwehr zur Tötung freigegeben werden." In Berlin wurde am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossen: Wölfe sollen künftig leichter abgeschossen werden können, wenn sie Schafe und andere Nutztiere reißen.