Ein Wolf läuft durch ein Freigehege im Wildpark Alte Fasanerie.

Schon länger hegten Förster den Verdacht, dass durch den Kammerforst bei Rüdesheim ein Wolf streift. Jetzt ist klar: Die Spuren stammen von einem Tier, das in Hessen langsam wieder heimisch wird.

Jahrzehntelang wurden sie in Deutschland gejagt und schließlich ausgerottet, jetzt erobern sie langsam ihre Gebiete zurück: Die Rede ist von Wölfen. Durch Hessen streifen bislang zwar nur einzelne Tiere, doch die ersten von ihnen werden auch hierzulande wieder sesshaft.

Nachdem zuletzt vermehrt Wölfe in Ost- und Südhessen unterwegs waren, wurde jetzt auch im Kammerforst bei Rüdesheim-Assmannshausen (Rheingau-Taunus) ein Wolf nachgewiesen. Zuständig für den Nachweis ist das wildtiergenetische Labor des Senckenberg Instituts.

An einer Kotprobe, die am 31. Januar in dem Staatsforst genommen wurde, habe das Labor Wolf-DNA entdeckt, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Montag mit.

Mehrere Wölfe in diesem Jahr gesichtet

Damit bestätigte sich der Verdacht, den das Rüdesheimer Forstamt seit längerem hegte: In den vergangenen Wochen hatten die Förster mehrere Hinweise darauf gefunden, dass sich im Kammerforst ein Wolf aufhielt - zum Beispiel gut sichtbare Spuren im Schnee. Dem Labor sei nun auch der genetische Nachweis gelungen. Woher der Wolf stammt, ist noch nicht bekannt.

Ende Dezember wurde in Ludwigsau-Ludwigseck (Hersfeld-Rotenburg) ein Wolf nachgewiesen, zwei Monate lang hatte sich im selben Kreis bereits ein anderes Tier aufgehalten. Auch durch Darmstadt-Dieburg streifte im Oktober ein Wolf.

Seit Januar wurden in Hessen zehn vermeintliche Wölfe gesichtet, wie das HLNUG mitteilte. Bei zweien davon sei inzwischen klar, dass es sich doch um einen Hund handelte. Der Wolf im Kammerforst ist der erste, der in diesem Jahr durch eine DNA-Probe zweifelsfrei bestätigt werden konnte.