Rettungsfahrzeuge und Täterauto am Tatort in Volkmarsen

Fast zwei Wochen nach der Auto-Attacke auf den Karnevalsumzug in Volkmarsen berichtet die Staatsanwaltschaft von deutlich mehr Verletzten als bisher bekannt. Inzwischen sind einige Opfer außer Lebensgefahr.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hilfe für Opfer von Volkmarsen angekündigt

Einsatzkräfte am Tatort in Volkmarsen
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Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sprach am Freitag auf hr-Anfrage von 122 Verletzten. "Die Verletzungen reichen von Schürfwunden und Prellungen bis hin zu schweren Verletzungen durch Überfahren", sagte ein Sprecher. Einige Opfer des Angriffs vom Rosenmontag in Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) stünden unter Schock, darunter auch Kinder.

Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass mindestens drei Personen noch im Krankenhaus behandelt werden. Die Zahl der Verletzten wurde nach der Auto-Attacke mehrmals nach oben korrigiert. Etliche Menschen, die nicht im Krankenhaus behandelt wurden, meldeten mit Verspätung ihre Verletzungen.

Die Ermittler konzentrieren sich weiterhin auf das Motiv des Tatverdächtigen, der am Rosenmontag in der Kleinstadt mit seinem Auto in eine Menschenmenge am Rande des Karnevalumzugs gefahren war. Er sitzt wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft. "Es haben sich keine Anhaltspunkte für ein politisches Motiv ergeben", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Bürgermeister: Zwei Frauen außer Lebensgefahr

Zwei schwerverletzte Frauen sind mittlerweile außer Lebensgefahr, sagte der Bürgermeister von Volkmarsen, Hartmut Linnekugel (parteilos), dem hr. Er habe am Freitagmorgen mit ihren Angehörigen gesprochen, sagte er: "Die beiden sind auf dem Weg der Besserung." Linnekugel steht in Kontakt zu etwa 20 weiteren Verletzten, von denen ebenfalls niemand mehr in Lebensgefahr sei.

Der Bürgermeister lobte die Arbeit der Polizei. Sie habe sich in den Tagen nach der Attacke sehr gut um die Opfer gekümmert. Viele hätten sich zurückgezogen und seien dankbar für die gezielte Beratung der Polizei gewesen. "Das ist sehr gut angekommen", sagte Linnekugel.

Unbürokratische Hilfe für Opfer

Am Freitag kamen in Volkmarsen Vertreter von Landesregierung, Versicherungen und Opferverbänden zu einem Runden Tisch zusammen. Man wolle den Opfern der Auto-Attacke unbürokratisch Hilfe anbieten, sagte Bürgermeister Linnekugel. Zum Beispiel sollen die Versicherungen Termine für die Betroffenen der Attacke anbieten, bei denen sie ihre Schäden aufnehmen lassen können.

Sendung: hr1, 06.03.2020, 17.20 Uhr