Ein 70 Jahre alter Offenbacher muss für zehn Jahre ins Gefängnis, weil er im März seine Lebensgefährtin erstochen hat. Der Tat war ein Streit vorausgegangen - das hatte Einfluss auf das Strafmaß.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Zehn Jahre Haft wegen Totschlags

Beamte der Spurensicherung vor dem Haus in Offenbach, wo eine Frau tot aufgefunden wurde
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Das Landgericht Darmstadt hat einen 70 Jahre alten Offenbacher zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte im März in der Luisenstraße in Offenbach seine Lebensgefährtin erstochen.

Der Vorsitzende Richter wertete die Tat am Dienstag als Beziehungstat im Affekt und urteilte deshalb auf Totschlag. Der Rentner hatte am Abend vor der Messerattacke erfahren, dass seine Lebensgefährtin eine Beziehung zu einem anderen Mann begonnen hatte. Als er sie am Morgen zur Rede stellen wollte, sei der Streit eskaliert.

Der Mann hatte bis zu diesem Zeitpunkt gesetzestreu gelebt, niedrige Beweggründe konnte die Kammer dem Mann nicht nachweisen. Deshalb wurde er auch nicht zu einer lebenslangen Haft wegen Mordes verurteilt, wie es die Anklage gefordert hatte.

Bundesweite Fahndung nach der Tat

Die 57-Jährige war am 18. März von ihren beiden erwachsenen Söhnen tot in ihrer Wohnung entdeckt worden. Die Leiche wies zahlreiche Schnitt- und Stichverletzungen auf. Zeugen hatten damals beobachtet, wie der mutmaßliche Täter die Wohnung der Frau verlassen hatte und auf einem Mofa geflohen war.

Anschließend war bundesweit nach dem Mann gefahndet worden. Zwei Wochen nach der Tat konnte er in Münster in Nordrhein-Westfalen festgenommen werden. Bei dem Versuch, Dokumente zu beantragen, war er von Mitarbeitern der Stadtverwaltung erkannt worden.

Sendung: hr3, 11.12.2019, 12:00 Uhr