Das Landgericht Darmstadt hat einen Bosnier wegen Totschlags zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte in einer Offenbacher Bar einen Serben mit drei Messerstichen getötet. Die Männer waren wegen der Jugoslawienkriege aneinandergeraten.

Der Tatort in Offenbach
Tödliche Messerattacke in Offenbach Bild © Michael Seeboth (hr)

Das Landgericht Darmstadt folgte am Montag teilweise der Verteidigung und verurteilte einen 29-jährigen Bosnier nicht wegen Mordes sondern wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft. Die Verteidigung hatte maximal sieben Jahre Haft gefordert.

Die Staatsanwaltschaft hatte die tödliche Attacke auf einen 34 Jahre alten Serben vor gut einem Jahr in einer Offenbacher Bar als Mord bewertet und auf lebenslange Haft plädiert. Der Angeklagte hatte drei Mal auf das Opfer eingestochen, das noch in der Bar seinen Verletzungen erlag. Die Männer waren in der Bar wegen der Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren aneinander geraten. Dabei war der Bosnier ins Gesicht geschlagen worden.

Bosnier hatte 2 Promille im Blut

Das Gericht ging davon aus, dass der geständige Angeklagte am frühen Morgen des 1. September nach einem ersten Streit in die Bar zurückkehrte. "Sie sind zurückgegangen, mit dem Messer in der Hand, weil Sie Ihr Mütchen kühlen wollten", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung zu dem 29-Jährigen. Dass der Angeklagte in die Bar zurückgekehrt sei, weil er seine Tasche holen wollte, glaubte ihm das Gericht nicht.

Der Angeklagte hatte zur Tatzeit um die zwei Promille Alkohol im Blut, was die Kammer zugunsten des Mannes wertete. Dennoch sei er steuerungsfähig gewesen, entschied das Gericht. Der Bosnier ist wegen Raub und Körperverletzung vorbestraft und stand unter Bewährung.

hr-iNFO, 10.09.2018, 14.00 Uhr