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Audioseite Zollfahnder zerschlagen Drogen-Netzwerk im Rhein-Main-Gebiet

Ein Kokain-Drogentest bei der Untersuchung beschlagnahmter Drogen (Symbolbild von 2016). (picture alliance / dpa)

Fahnder haben Teile eines Netzwerks zweier Drogen-Banden zerschlagen. Sie durchsuchten Wohn- und Geschäftsräume und stellten dort Mobiltelefone, Kokain, Cannabis und einen gefälschten Impfpass sicher.

Ein Erfolg für den Zoll in Frankfurt: Bei einer Durchsuchung von 17 Wohn- und Geschäftsräume im Rhein-Main-Gebiet und im Westerwald konnten Ermittler bereits am Dienstag diverse Mobiltelefone, einen gefälschten Impfpass und Führerschein sowie eine geringe Menge Kokain und Marihuana sicherstellen. Auch ein Beschuldigter wurde verhaftet, weil gegen ihn ein Haftbefehl vorlag. Das teilte das Zollfahndungsamt am Mittwoch in Frankfurt mit.

Bunkerwohnung zur Lagerung von Cannabis

Lange Ermittlungen gingen dem voraus: Seit Mitte 2020 ermittelt das Zollfahndungsamt Frankfurt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt und Koblenz. Ziel sind zwei Drogen-Banden aus dem Rhein-Main-Gebiet und aus Montabaur (Rheinland-Pfalz). Sie werden laut Polizei verdächtigt, Betäubungsmittel in nicht geringer Menge unerlaubt aus dem europäischen Ausland nach Deutschland einzuführen und damit Handel zu treiben.

Zuletzt sprengten die Fahnderinnen und Fahnder im September konspirative Treffen der mutmaßlichen Täter beider Gruppierungen. Dabei konnten Drogenübergaben und Transporte von einem Kilogramm Kokain und drei Kilogramm Marihuana sowie eine Bunkerwohnung zur Lagerung von elf Kilogramm des Cannabiskrauts und einem Kilogramm Haschisch durch Zoll und Polizei aufgedeckt werden.

Ein Beutel mit Cannabis-Blüten liegt in einer Kiste aus Pappe im Kofferraum eines schwarzen Mercedes.

24.000 Tabletten Ecstasy

Am Anfang der Ermittlungen stand eine Postsendung mit Amphetamin und Amphetaminöl aus den Niederlanden, die die Ermittler abfangen konnten. Die daraufhin aufgenommenen Ermittlungen mündeten in einer Vielzahl weiterer Ermittlungsverfahren und Erkenntnissen, die den Zoll u. a. auf die Spuren eines Drogenlabors im Raum Münster/Osnabrück sowie auf die Fährte der zwei Banden führte.

Die in diesem Gesamtkomplex an zahlreichen Ermittlungsverfahren sichergestellte Drogenmenge beläuft sich auf rund sechs Kilogramm Amphetamin und zirka zehn Liter Amphetaminöl, aus dem über 30 Kilogramm der synthetischen Droge hätten hergestellt werden können. Weiterhin wurden fast 20 Kilogramm Marihuana, zirka 24.000 Tabletten Ecstasy, über elf Kilogramm MDMA, über ein Kilogramm Kokain und rund 3.500 LSD-Trips sichergestellt.

Haftstrafen belaufen sich insgesamt auf über 40 Jahre

Eine Sprecherin des Zollfahndungsamts Frankfurt sagt: "In diesem Verfahrenskomplex, zu dem auch die beiden Rauschgiftgruppierungen aus dem Westerwald und dem Rhein-Main-Gebiet zählen, wurden bis dato rechtskräftige Haftstrafen von insgesamt 40 Jahren und neun Monaten gegen diverse Täter verhängt."

Ob nun weitere Haftstrafen folgen, hinge von den Auswertungen der beschlagnahmten Speichermedien ab. Der Einsatz wurde durch die hessische und die rheinland-pfälzische Landespolizei sowie durch Kräfte der Hauptzollämter Frankfurt, Gießen und Koblenz unterstützt.

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