Die Heckflosse einer Passagiermaschine der Lufthansa ragt in einer Lücke in der Lärmschutzwand auf dem Flughafen Frankfurt in die Höhe.

Gegen diesen Kräuterlikör war kein Kraut gewachsen: Ein betrunkener Passagier hat sich an Bord einer Lufthansa-Maschine tüchtig daneben benommen und den Start des Fliegers am Frankfurter Flughafen verhindert.

Kurz vor dem Start einer Lufthansa-Maschine nach Orlando hat die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen einen betrunkenen Reisenden aus dem Flugzeug befördert. Wie die Beamten am Montag mitteilten, hatte sich der 53-Jährige am Sonntag trotz mehrfacher Anweisung des Kabinenpersonals geweigert, an Bord den vorgeschrieben Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Start mit anderthalb Stunden Verspätung

Die Gespräche und Dispute mit der Besatzung habe er unerlaubterweise mit seinem Mobiltelefon aufgezeichnet. Obwohl die Maschine bereits in Richtung Startbahn rollte, wollte sich der Mann darüber hinaus auch nicht anschnallen, wie die Polizei weiter berichtete. Vielmehr habe er sich, angeblich um zu schlafen, auf die vier Plätze seiner Sitzreihe gelegt.

Der Kapitän der Lufthansa-Maschine LH464 verweigerte schließlich die Mitnahme des uneinsichtigen Passagiers, verständigte die Beamten und stellte das Flugzeug auf einer Parkposition ab. Weil der sichtlich alkoholisierte Mann das Flugzeug nicht freiwillig verlassen wollte, mussten die Beamten ihm zu Leibe rücken. Der Airbus A330 mit 151 Fluggästen an Bord startete am Ende mit rund anderthalb Stunden Verspätung in Richtung Florida.

Hochprozentiger Kräuterlikor

Der betrunkene Passagier befand sich zu diesem Zeitpunkt zur Blutentnahme auf der Wache und leistete dabei weiterhin Widerstand. Nach eigenen Angaben hatte er zuvor etwa 200 Milliliter eines hochprozentigen Kräuterlikörs getrunken. Er musste schließlich eine Sicherheitsleistung in Höhe von 450 Euro hinterlegen.

Neben den Ermittlungen wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte sowie der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (wegen der Handy-Aufzeichnung) muss sich der Mann auch wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutz- sowie das Luftsicherheitsgesetz verantworten.