Polizeieinsatz in Dietzenbach

Ende Mai sollen rund 50 Männer absichtlich Brände in Dietzenbach gelegt haben, um Polizisten in den Hinterhalt zu locken. Nach einer umfangreichen Razzia am Mittwoch sitzen zwei Verdächtige nun in Untersuchungshaft.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Zwei Verdächtige nach Angriffen auf Polizei in Dietzenbach in U-Haft

Spessartviertel Dietzenbach
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Gut drei Monate nach der Stein-Attacke gegen Feuerwehrleute und Polizisten in Dietzenbach (Offenbach) sind zwei der Verdächtigen in Untersuchungshaft gekommen. Die 17 und 19 Jahre alten Männer waren am Mittwoch bei einer groß angelegten Durchsuchungsaktion mit mehr als 100 Beamten festgenommen worden. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in Offenbach mitteilten, sollen sie an den Angriffen im Spessartviertel beteiligt gewesen sein.

Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen insgesamt acht Beschuldigte im Alter zwischen 14 und 29 Jahren. Ihnen wird unter anderem Brandstiftung, Sachbeschädigung sowie schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. "Unsere Arbeit, insbesondere das Identifizieren weiterer Beteiligter, ist noch nicht beendet", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Hinweise erhoffen sich die Ermittler unter anderem durch die Auswertung der bei der Razzia sichergestellten Mobiltelefone.

Polizei in den Hinterhalt gelockt

In der Nacht auf den 29. Mai hatten rund 50 Männer im Spessartviertel Mülltonnen und einen Bagger in Brand gesetzt - mutmaßlich, um Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei in einen Hinterhalt zu locken. Bei ihrem Eintreffen wurden vor allem Polizisten mit Stein- und Flaschenwürfen attackiert.

Zwar wurden während der Auseinandersetzung keine Polizisten verletzt, jedoch kam es zu teils erheblichen Sachschäden an Einsatzfahrzeugen. Die Ermittler richteten einen Online-Hinweis-Server ein und baten die Bevölkerung um Hinweise auf die Täter. Hessens Innenminister Beuth (CDU) hatte die Angriffe seinerzeit scharf verurteilt und Haftstrafen für die Täter gefordert.

Das Spessartviertel - früher unter dem Namen Starkenburgring bekannt - gilt bereits seit Jahrzehnten als sozialer Brennpunkt. Die Stadt reagierte mit Sanierungs- und Integrationsprojekten, dennoch kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. 2005 stand das Viertel über Wochen in den Schlagzeilen, weil wiederholt Autos angezündet und die Einsatzkräfte anschließend mit Steinen beworfen wurden.

Sendung: hr-iNFO, 11.09.2020, 12.00 Uhr