Polizist von hinten, auf der Jacke steht in großen Lettern "Polizei". Daneben ein Polizei-Auto mit Blaulicht. Sujetbild.

Kiloweise Drogen, Waffen und Geld - die Polizei ermittelt in sechs Bundesländern wegen illegalen Handels über den Messenger-Dienst Telegram. Unter den Verdächtigen sind zwei Hessen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Illegaler Handel über Telegram

Handy mit App wie WhatsApp, Facebook Messenger und Telegram
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Was man lange Zeit nur aus dem Darknet kannte, spielt sich inzwischen auch auf dem Whatsapp-ähnlichen Messenger-Dienst Telegram ab: In neun Chatgruppen wurde dort mit Drogen, gefälschten Dokumenten und gestohlenen Daten gehandelt. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt und das Bundeskriminalamt am Freitag mitteilten, geht die Polizei in sechs Bundesländern, darunter Hessen, gegen die Betreiber dieser Gruppen vor.

Zwei Männer aus Landkreis Offenbach

In einer abgestimmten Aktion seien die neun Chatgruppen mit insgesamt rund 8.000 Mitgliedern von den Ermittlern übernommen und gesperrt worden. Den Angaben zufolge gibt es 28 Beschuldigte. Die Ermittler durchsuchten am Donnerstag 30 Wohnungen. Dabei fanden sie mehr als vier Kilogramm Betäubungsmittel, acht Waffen sowie 8.000 Euro in bar, zudem Datenträger und Smartphones.

Die Ermittler stellten unter anderem Drogen sicher.

13 Männern zwischen 18 und 54 Jahren werde unter anderem unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Ein 25-Jähriger aus dem Landkreis Offenbach wurde den Angaben zufolge verhaftet, ein 19-Jähriger aus demselben Landkreis soll noch an diesem Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Chatgruppen sind öffentlich

Der Messenger-Dienst Telegram werde beim Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen als Alternative zu Plattformen im Darknet verwendet, erklärten die Behörden. Die Waren würden in teilweise öffentlich zugänglichen Kanälen und Chatgruppen angeboten, die Abwicklung erfolge dann in privaten Chats. Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Benjamin Krause sagte, die Ermittlungen liefen seit Anfang Juni. Es handele sich um den ersten größeren Einsatz gegen Telegram-Nutzer.

An den Ermittlungen waren Staatsanwaltschaften aus sieben deutschen Städten beteiligt. Auch in Österreich habe es Durchsuchungen gegeben.

Sendung: hr-iNFO, 30.10.2020, 12 Uhr