Zwei Weltkriegsbomben in Petersberg bei Fulda sind erfolgreich entschärft worden. Eine der beiden wurde gesprengt. Bei der Absperrung der A7 krachten zwei Polizeiautos ineinander, ein Polizist wurde verletzt.

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Zwei Weltkriegsbomben sind am Donnerstag erfolgreich in Petersberg (Fulda) entschärft worden: die erste am Nachmittag, die zweite am Abend. "Sämtliche Absperrungen sowie die Vollsperrung der A7 werden nach und nach aufgehoben" schrieb die Polizei gegen 19.20 Uhr auf Twitter. Es werde noch eine Weile dauern, bis sich der Stau auf der A7 auflöst. Alle betroffenen Anwohner könnten wieder zurück in ihre Wohnungen und Häuser.

Nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes gab es bei der ersten Bombe keine Probleme. Die zweite Bombe sei jedoch schwieriger zu entschärfen. Sie wurde in einem Steinbruch gesprengt. Rund 50 Kubikmeter Wasser mussten dorthin transportiert werden, um einen möglichen Brand zu vermeiden. Dabei halfen sowohl Feuerwehr als auch Landwirte aus der Region.

Sämtliche #Absperrungen sowie die #Vollsperrung der #A7 werden nach und nach aufgehoben. Es wird noch eine Weile dauern bis sich der #Stau auf der #A7 auflöst. Alle Personen können ab sofort wieder eigenständig in ihre Wohnungen/Häuser zurückkehren. #FD1111

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Nachdem die beiden jeweils 125 Kilogramm schweren Fliegerbomben am Dienstag gefunden worden waren, räumten am Donnerstagmorgen in einem Umkreis von 600 Metern um den Fundort rund 350 Menschen ihre Wohnungen. Um kurz vor 13 Uhr begann die Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst. Die beiden amerikanischen Bomben lagen rund 100 Meter voneinander entfernt. Sie wurden zeitgleich von zwei verschiedenen Teams bearbeitet.

Die Behörden hatten die zunächst für den 1. Dezember geplante Entschärfung vorgezogen. Nach Inaugenscheinnahme der Bomben gelangten die Experten des Kampfmittelräumdienstes zu der Überzeugung, dass "Gefahr im Verzug" vorliege, wie ein Sprecher der Gemeinde Petersberg dem hr erklärte.

Karte von Petersberg mit Verortung des ungefähren Bombenfundorts und Evakuierungsradius.

Auch A7 betroffen

Die betroffenen Anwohner waren durch Lautsprecherdurchsagen über die Evakuierung informiert worden. Für diejenigen unter ihnen, die keine Übergangsunterkunft finden konnten, wurde eine Notunterkunft im Gemeindezentrum Künzell eingerichtet.

Einsatzkräfte vor dem Gemeindezentrum Künzell, wo die evakuierten Anwohner untergebracht wurden.

Alle Zufahrtsstraßen in das Evakuierungsgebiet wurden der Polizei zufolge gesperrt. Auch die A7 wurde zwischen den Anschlusstellen Fulda-Nord und Fulda-Mitte ab 12.30 Uhr gesperrt. Es wurde eine Umleitung über die B27 und die A66 ab Fulda-Süd eingerichtet. Zeitweise staute sich der Verkehr auf bis zu 20 Kilometer in Fahrtrichtung Norden und auf bis zu 10 Kilometer in Fahrtrichtung Süden.

Zwei Polizeiautos krachen in Absperrung

Bei einer Kontrollfahrt vor der Wiederfreigabe des Verkehrs auf der A7 kam es zudem am Donnerstagabend zu einem Unfall, bei dem ein Beamter leicht verletzt und zwei Streifenwagen erheblich beschädigt wurden.

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Schwer beschädigter Polizeiwagen auf der A7.
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Nach Angaben der Autobahnpolizei Bad Hersfeld hatte der Fahrer eines der Fahrzeuge im dichten Nebel eine unbeleuchtete Absperrschranke zu spät bemerkt und gerammt. Als die Beamten ausstiegen, um die Unfallstelle zu sichern, fuhr ihnen ein weiterer Streifenwagen auf. Dabei wurde ein Teil der Absperrschranke durch die Luft geschleudert, wodurch ein Polizist am Arm verletzt wurde. Der Sachschaden wird auf 32.000 Euro geschätzt.

Kita geschlossen

Von den Evakuierungsmaßnahmen ebenfalls betroffen war das Betriebsgelände der Firma EDAG. Mitarbeiter waren aufgefordert worden, bis spätestens 8 Uhr ihre Computer und Unterlagen abzuholen.

Die Kindertagesstätte Rauschenberg blieb am Donnerstag geschlossen. Die Konrad-Adenauer-Schule, die Martin-Luther-Schule, die Rauschenbergschule, das Kompetenzzentrum für Sprache und Erziehung hingegen waren geöffnet.

Naherholungsgebiet seit 2017 gesperrt

Die beiden Weltkriegsbomben waren im Rahmen einer bereits seit elf Monaten laufenden Suchaktion am Rauschenberg entdeckt worden. Anlass für die gezielte Suche waren zahlreiche Funde von Kampfmitteln in der Vergangenheit - meistens jedoch kleineren Kalibers. Bereits seit 2017 ist das Naherholungsgebiet gesperrt.

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Informationen für Betroffene

Für Betroffene der Evakuierungsmaßnahmen ist ein Bürgertelefon eingerichtet worden, das unter 0661/6206-45 erreichbar ist. Aktuelle Informationen werden über den Twitter-Kanal der Polizei Osthessen sowie auf den Homepages der Stadt Fulda und der Gemeinde Petersberg veröffentlicht.

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Hinweis: In einer früheren Version stand irrtümlich, dass auch die Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Göttingen gesperrt werde. Das beruhte auf überholten Informationen durch die Polizei.

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