Blick auf den Fluss Efze, in dem ein Vierjähriger ertrank.

Ein vierjähriges Kind ist in Homberg/Efze ertrunken. Der Junge war gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder beim Spielen in einen vom Regen angeschwollenen Flusslauf gefallen. Der Vater erlebte das Unglück in unmittelbarer Nähe.

Videobeitrag

Video

zum Video Vierjähriger ertrinkt in Homberg/Efze

hs
Ende des Videobeitrags

Das Unglück ereignete sich am Samstag gegen 17.40 Uhr im Bereich der Efzewiesen. Der Junge hatte mit seinem Zwillingsbruder auf dem Kleingartengrundstück der Eltern am Fluss gespielt. Beide gerieten dabei in die vom Regen angeschwollene Efze. Während sich ein Kind ans Ufer retten konnte, trieb der vierjährige Zwillingsbruder flussabwärts. Der Vater habe zum Zeitpunkt des Unglücks in unmittelbarer Nähe von seinen Söhnen Gartenarbeiten verrichtet, teilte die Polizei mit.

"Die Efze hat aktuell einen recht hohen Wasserstand und eine starke Strömung", sagte eine Feuerwehrsprecherin. Die einsetzende Dunkelheit habe die Suche zusätzlich erschwert. Über 60 Feuerwehrleute sowie Taucher der DLRG waren an Land und im Wasser im Einsatz. Nach rund 45 Minuten wurde der Junge im Fluss gefunden und umgehend ins Krankenhaus gebracht. Dort starb er in den Abendstunden.

Bürgermeister reagiert betroffen

Die Eltern der Zwillinge werden durch Notfallseelsorger betreut. Auch für die Rettungskräfte war die Suchaktion physisch wie psychisch beschwerlich: "Immer, wenn kleine Kinder insolviert sind, ist es eine starke Belastung für die Einsatzkräfte", sagte die Feuerwehrsprecherin.

Auch Hombergs Bürgermeister Nico Ritz (parteilos) reagierte betroffen und sprach den Eltern und Angehörigen sein Mitgefühl aus. "Das ist ein Unglück, wie wir es in dieser Form in dieser Stadt sehr, sehr lange nicht erlebt haben", sagte Ritz am Sonntag dem hr.

Seelsorger auch in Kita

Neben der seelsorgerischen Betreuung der Familie werde auch in der Kita, die die Zwillinge besucht haben, zum Wochenbeginn ebenfalls ein Seelsorger bereitstehen, erläuterte der Bürgermeister. "Wir sind damit beschäftigt, wie wir es den Zwei- bis Sechsjährigen, die mit dem kleinen Jungen viel Zeit verbrachten, eigentlich beibringen sollen."

Die Frage der Verantwortlichkeiten gelte es zu einem späteren Zeitpunkt zu klären, sagte Rathauschef Ritz: "Heute müssen wir für die Familie und alle da sein, die von diesem Unglück betroffen sind."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 01.03.2020, 19.30 Uhr