Foto des abgestürzten Segelflugzeuges in Fulda. Ein Feuerwehrmann löscht.

Das Wetter bestens, der Pilot erfahren: Trotzdem stürzte an Pfingsten in Fulda ein Segelflugzeug ab und ging in Flammen auf. Bislang wissen die Experten nur, was nicht schuld am tödlichen Unglück war.

Bei der Ursachensuche für den tödlichen Absturz eine Segelflugzeugs Anfang Juni in Fulda sind die Experten zwar einen Schritt weitergekommen. Doch der nun veröffentliche Zwischenbericht lässt weiter Fragen offen.

Die Fachleute der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ermittelten: An dem Flugzeug lagen keine technischen Mängel vor. Eine konkrete Unfallursache nennt die BFU in ihrem Bulletin nicht. 

Ein Sprecher in Braunschweig betonte am Freitag, dass dies aber nicht bedeute, dass ein Pilotenfehler für den Absturz verantwortlich gewesen sein müsse. Es gebe mannigfaltige Gründe, wieso ein Flugzeug abstürzen könne.

Weitere Erkenntnisse kommen mit Abschlussbericht

Weitere Erkenntnisse werden erst mit dem Abschlussbericht erwartet. Bis dieser erscheint, könne es noch Monate dauern, erklärte die Bundesstelle. In dem Zwischenbericht werde nur der Sachstand der ermittelten Fakten dargestellt. Er betrachte die Bedingungen für Mensch, Maschine und die Umwelt.

Ein medizinisches Problem, wie etwa ein Herzinfarkt, hatte bei dem Piloten aber auch nicht vorgelegen. Dies hatte die Staatsanwaltschaft Fulda bereits mit Blick auf die Obduktionsergebnisse mitgeteilt. Ursache für den Tod des 66-Jährigen sei der Aufprall der Maschine gewesen. Es habe auch keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Pilot die Maschine bewusst zum Abstürzen brachte.

Absturz nahe Kleingartenverein und Spazierweg

Die Maschine stürzte am Vormittag des Pfingstmontags bei guten Wetterbedingungen auf einer Wiese ab. Ausgerechnet in der Nähe eines Kleingartenvereins sowie eines Spazier- und Radwegs - doch die Menschen dort wurden glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Der Motorsegler war kurz vor oder während des Landeanflugs in etwa 200 Meter Höhe in eine unkontrollierte Lage geraten. 850 Meter südlich des Segelflugplatzes in der Fulda-Aue prallte die Maschine auf dem Boden auf. Laut Zwischenbericht berührte sie zuvor noch einen Baum. Nach der Bruchlandung ging die Maschine in Flammen auf. Zu diesem Zeitpunkt war der Pilot laut Obduktion bereits tot.

Pilot galt als erfahren

Nach Angaben der Polizei waren fünf Liter Treibstoff an Bord, die für einen Mini-Motor als Rückkehrhilfe gedacht waren. Der 66 Jahre alte Mann aus Petersberg (Kreis Fulda) war Mitglied im Aeroclub Rhön und galt nach Angaben von Vereinsmitgliedern als erfahrener Pilot.

Sendung: hr4, 28.08.2020, 16.30 Uhr