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Audioseite Razzia gegen Impfpass-Fälscher aus Hessen

Polizist von hinten, auf der Jacke steht in großen Lettern "Polizei". Daneben ein Polizei-Auto mit Blaulicht. Sujetbild.

Bei einer Razzia gegen Corona-Impfpass-Fälscher hat die Polizei 23 Gebäude durchsucht und zwölf Verdächtige festgenommen - darunter zwei Hauptverdächtige aus Hessen.

Hessischen Ermittlern ist am Mittwoch ein Schlag gegen den Handel mit gefälschten Corona-Impfausweisen gelungen. Bei einer Großrazzia in Südhessen, dem Rhein-Main-Gebiet und in zwei Städten in Baden-Württemberg wurden insgesamt zwölf Verdächtige festgenommen - unter ihnen zwei 36 und 42 Jahre alte Männer aus Bickenbach (Darmstadt-Dieburg) und Mörfelden-Walldorf.

Der Polizei zufolge stellte der 36-Jährige aus Bickenbach die Pässe her und verkaufte sie dann mit Hilfe des 42-Jährigen aus Mörfelden-Walldorf. Sie sollen für bis zu 400 Euro das Stück mindestens 300 dieser nachgemachten Impfpässe verkauft haben. Es sollen auch gefälschte QR-Codes gehandelt worden sein.

23 Wohnungen und Häuser durchsucht

Zehn der Festgenommenen sind mutmaßliche Käufer, wie die Staatsanwaltschaft in Darmstadt, das Polizeipräsidium Südhessen und das Landeskriminalamt in Wiesbaden gemeinsam mitteilten.

Bei der Razzia durchsuchten mehr als 200 Polizisten insgesamt 23 Wohnungen und Häuser. Darunter Objekte in Bickenbach, Mörfelden-Walldorf, Darmstadt, Weiterstadt, Bensheim, Groß-Zimmern, Offenbach, Dietzenbach, Kassel, Wiesbaden und Frankfurt.

Die Polizei stellte dabei zahlreiche Corona-Impfpässe, QR-Codes, Mobiltelefone und weitere Datenträger sicher. Auch mehrere Zehntausend Euro Bargeld fanden die Beamten. Den Ermittlern zufolge besteht der Verdacht der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Immer mehr gefälschte Impfpässe

Seit Monaten sind in Hessen gefälschte Impfausweise im Umlauf. Die Anzahl der bekannt gewordenen Fälle liegt nach LKA-Angaben aus der vergangen Woche im unteren dreistelligen Bereich. Demnach häufen sich die Fälle jedoch, seitdem es Ungeimpfte im Alltag deutlich schwerer haben. Die gefälschten Ausweise fallen zumeist bei Kontrollen der Polizei auf oder werden etwa von Apotheken angezeigt.

Der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sagte dem Fernsehsender Welt, es gebe einen Markt für solche gefälschten Dokumente, den die Polizei aber im Blick habe. "Hier gibt es einen Bedarf, ganz klar, wenn 2G-Regelungen mehr um sich greifen und Nicht-Geimpfte versuchen, dann von den Beschränkungen nicht betroffen zu sein", sagte Münch. Dann würden auch Kriminelle versuchen, einen solchen Bedarf zu bedienen.

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