Seniorin am Telefon

Die Betrugsmasche ist bekannt, doch sie funktioniert: Nach dem Anruf einer vermeintlichen Verwandten hat eine ältere Frau im osthessischen Hünfeld einem jungen Mädchen mehrere tausend Euro übergeben. Weit kam die Geldbotin damit nicht.

Erst zwölf Jahre alt und mit mehreren tausend Euro unterwegs: Die Polizei hat in Hünfeld (Landkreis Fulda) ein junges Mädchen nach einer Geldübergabe gefasst. Das Kind hatte zuvor in der Nähe einer Kirche in der osthessischen Kleinstadt mehrere tausend Euro von einer älteren Frau entgegen genommen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Die Geldübergabe steht dabei wohl in Zusammenhang mit einem Enkeltrick-Anruf. Denn die ältere Frau, die dem Mädchen das Bargeld überreicht hatte, soll zuvor von einer vermeintlichen Verwandten angerufen worden sein.

Festnahme nach Geldübergabe

Die Anruferin habe sich das Vertrauen der älteren Frau am Telefon erschlichen und vorgegeben, wegen eines Verkehrsunfalls dringend Geld zu benötigen. Noch am selben Tag sei es zur Geldübergabe gekommen.

Polizisten hatten das Mädchen, das das Geld nach dem Anruf in Hünfeld abholen sollte, nach der Übergabe vor Ort festgenommen. Das zuvor erlangte Bargeld konnten die Beamten sicherstellen. Sie übergaben das Mädchen einem Verwandten.

Der Vorfall soll sich bereits am Freitag vergangener Woche (8. Mai) ereignet haben.

Junge Geldbotin mit Bahn und Taxi aus Nordrhein-Westfalen

Wie die Polizei dem Enkeltrick auf die Schliche kam, erklärte sie nicht, um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wie ein Sprecher sagte. Sie teilte jedoch mit, dass die junge Geldbotin nach derzeitigem Erkenntnisstand zur Geldübergabe mit Bahn und Taxi aus Nordrhein-Westfalen anreiste. Das Kind ist wegen seines Alters laut Strafgesetzbuch strafunmündig. Es kann also mangels Schuldfähigkeit nicht bestraft werden. Das gilt für alle Kinder unter 14 Jahren.

Das Mädchen habe eine ausländische Staatsangehörigkeit, teilte die Polizei mit. Oftmals wird die Enkeltrick-Betrugsmasche aus dem Ausland gesteuert. Die Organisatoren schicken gezielt die Täter vor Ort los, um das Geld von zumeist älteren Opfern abzuholen, die zuvor telefonisch unter dem Deckmantel eines Bekannten oder Verwandten kontaktiert wurden.