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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Cotar gescheitert - Weidel und Chrupalla werden AfD-Spitzenduo

Die hessische AfD-Bundestagsabgeordnete Joana Cotar im Bundestag bei einer Rede am Pult

Die Gießener Bundestagsabgeordnete Joana Cotar tritt nicht als Spitzenkandidatin für die AfD bei der Bundestagswahl an. Gemeinsam mit Joachim Wundrak verfehlte sie bei der Mitgliederbefragung ihr Ziel.

Die AfD hat ihr Spitzenduo für die Bundestagswahl im Herbst gewählt - und sich dabei gegen die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar entschieden. Bei der Mitgliederbefragung holte sie zusammen mit Joachim Wundrak aus Niedersachsen rund 27 Prozent der Stimmen, wie ein Parteisprecher am Dienstag mitteilte.

Damit haben sie deutlich gegen das zweite Spitzenduo aus Fraktionschefin Alice Weidel und Parteichef Tino Chrupalla verloren, die eine Zustimmung von 71 Prozent erreichten. Cotar gratulierte dem Duo auf Twitter zur Wahl und bedankte sich bei ihren Unterstützern. "Nicht enttäuscht sein. Es geht um mehr als um diese Wahl, es geht um unser Land", schrieb sie dort am Dienstag.

Vielen DANK an alle, die für @JoachimWundrak und mich gestimmt haben! Wir haben in den letzten Wochen eine Welle der Unterstützung erfahren, die mich persönlich berührt hat. Nicht enttäuscht sein. Es geht um mehr als um diese Wahl, es geht um unser Land. Liebe Grüße Joana #AfD

[zum Tweet]

Vertraute von Meuthen

Die beiden Zweierteams stehen für die verschiedenen Strömungen der Partei. Das Team aus Chrupalla und Weidel bekommt vor allem Unterstützung aus dem rechtsnationalen Lagers der AfD um den Thüringer Björn Höcke. Cotar und Wundrak dagegen zählen zum Lager um Parteichef Jörg Meuthen, der einen wirtschaftsliberalen und gemäßigteren Kurs vertritt.

Cotar ist seit der Parteigründung 2013 AfD-Mitglied und sitzt seit 2017 für die hessische Landesliste der AfD im Bundestag. Sie ist digitalpolitische Sprecherin der Fraktion. Vor ihrer Zeit als Abgeordnete arbeitete die studierte Politikwissenschaftlerin als Eventmanagerin bei Finanzinstituten in Deutschland und der Schweiz, zuletzt als Projektmanagerin in der IT-Branche. Während ihrer Studienzeit war sie Mitglied der CDU.

Jeder Zweite hat abgestimmt

Die rund 32.000 AfD-Mitglieder konnten seit dem 17. März online abstimmen. Den Parteiangaben zufolge nahmen 14.815 Mitglieder an der Befragung teil. Dies entsprach einer Beteiligung von 48,14 Prozent. 1,93 Prozent der Abstimmenden votierten bei beiden möglichen Doppelspitzen mit Nein, 0,58 Prozent enthielten sich der Stimme.

Sendung: hr-iNFO, 25.05.2021, 10 Uhr