Aufkleber für den Nachweis eine Corona-Impfung in einem Impfpass (dpa)

12- bis 16-Jährige sollen bis Sommerende eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten können. Das kündigte Ministerpräsident Bouffier nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern an. Dass es damit schon Ende Juni losgeht wie geplant, ist unwahrscheinlich.

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Kinder und Jugendliche von 12 bis 16 Jahren sollen sich bis Ende des Sommers gegen das Coronavirus impfen lassen dürfen. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) dem hr nach dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Donnerstag.

Bouffier sagte, er gehe davon aus, dass die Europäische Arzneimittelbehörde EMA den entsprechenden Antrag von Biontech genehmigen werde. Die Ständige Impfkommission, die über eine Impfempfehlung in Deutschland entscheidet, brauche aber noch zwei bis drei Wochen für ihre Entscheidung.

Keine Impfpflicht an Schulen

Stiko-Mitglied Martin Terhardt hatte dem RBB gesagt, einer generellen Empfehlung für eine Impfung stehe ein Mangel an Daten über mögliche Risiken von Infektionen und Impfungen entgegen. Eine Variante könnte daher zunächst eine Impfempfehlung für chronisch kranke Kinder und Jugendliche sein.

Eine Impfpflicht an Schulen werde es nicht geben, betonte Bouffier: "Es bedarf keiner Impfung, um am Schulbetrieb teilnehmen zu können - und übrigens auch nicht, um in den Urlaub zu fahren."

Impfstart verzögert sich

Bis die ersten Schülerinnen und Schüler geimpft werden, wird es allerdings länger dauern als geplant. Ursprünglich hatte Hessen dies ab 28. Juni vor. Von diesem Ziel verabschiedete Bouffier sich nun. Wegen Lieferschwierigkeiten bei Astrazeneca und bei Johnson & Johnson könne es bei diesem Zeitplan kaum bleiben, sagte er: "Wir haben in Hessen einen Plan vorgelegt, wie wir Schülerinnen und Schüler impfen können - aber immer unter dem Vorbehalt, dass wir zusätzlichen Impfstoff bekommen. Heute haben wir nun endgültig erfahren, dass das mit dem zusätzlichen Impfstoff zumindest im Juni sehr schwierig sein wird."

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Ministerpräsident Bouffier nach dem Impfgipfel
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Zwar dürften sich mit der Aufhebung der Impfpriorisierung am 7. Juni und nach erfolgter Empfehlung durch die Stiko auch jüngere Menschen um einen Termin bemühen, so Bouffier. Doch die Hausärzte entschieden dann nach ihrem Ermessen, wer zuerst an die Reihe komme.

"In den Impfzentren werden wir uns weiter darauf konzentrieren, zunächst die Prioritätsgruppen abzuarbeiten, vor allem die Gruppe 3", sagte Bouffier. Das werde die Impfzentren voraussichtlich noch im Juni und Juli beschäftigen.

Drei Millionen Impfdosen für Jugendliche

Die Bundesregierung kündigte am Donnerstag an, den Ländern für die Impfung von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren rund drei Millionen Impfdosen zur Verfügung zu stellen. Der Bund rechnet mit einer Impfbereitschaft von 60 Prozent unter den 5,3 Millionen Menschen dieses Alters.

Bei den Beratungen von Bund und Ländern ging es außerdem um den geplanten digitalen Impfnachweis. Bouffier sagte dazu, er gehe davon aus, dass dieser bis Anfang Juli eingeführt werde: "Aber versprechen kann ich gar nichts." Auch mit dem analogen, gelben Impfausweis seien Reisen ins Ausland möglich.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 27.05.2021, 19.30 Uhr