Leere Gassen im Frankfurter Stadtteil Alt-Sachsenhausen

Zur Bekämpfung der Corona-Ausbreitung plant Ministerpräsident Bouffier offenbar zusätzliche Einschränkungen in Hessen. Ausgangssperren in Hotspots sollen kommen, auch weitere Maßnahmen sind im Gespräch.

Videobeitrag

Video

zum Video Verschärft Hessen die Corona-Regeln?

hessenschau 06.12.2020 Thumbnails
Ende des Videobeitrags

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat sich nach den Anpassungen der Corona-Regeln in Bayern und Thüringen dafür ausgesprochen, auch in Hessen die geltenden Maßnahmen lokal weiter zu verschärfen. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" machte er sich am Sonntag für Ausgangssperren in besonders betroffenen Hotspots stark.

"Ich glaube, wir werden auch zur Ausgangssperre kommen müssen", sagte Bouffier. Als Richtgröße nannte er dabei eine nachhaltige 7-Tage-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Dieser Wert wird aktuell in der Stadt Offenbach (307,8) und im Main-Kinzig-Kreis (208,8) überschritten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor angekündigt, in bayerischen Corona-Hotspots eine nächtliche Ausgangsperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr einführen zu wollen und den landesweiten Katastrophenfall auszurufen. Menschen sollen dann ihre Wohnungen nur noch aus triftigem Grund verlassen - etwa zur Arbeit oder zum Einkaufen.

Weitere Maßnahmen im Gespräch

Bouffier wies darauf hin, dass auch in Hessen die Zahl der Neuinfektionen trotz des seit Anfang November geltenden Teil-Lockdowns noch zu hoch sei und sich zu langsam zurückentwickele - besonders in den Corona-Hotspots. Auch weitere Einschränkungen seien demnach dort möglich. "Wir werden manches verbieten müssen, zum Beispiel Alkoholverkauf und Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit", sagte Bouffier. Man müsse auch über die Frage reden, ob Geschäfte weiterhin öffnen könnten. "Aber viel mehr haben wir nicht", so der Ministerpräsident.

Eine landesweite Ausgangssperre schloss der Ministerpräsident allerdings zunächst aus: "Wenn ich unser Bundesland nehme, dann haben wir in Offenbach eine sehr hohe Inzidenz und in anderen Gegenden nicht." Es müsse lokale Lösungen für Regionen mit einem heftigen Infektionsgeschehen geben.

Weihnachtsregeln sollen bleiben

Auch eine Aufhebung der geplanten Kontaktregel-Lockerungen über Weihnachten und Silvester plant Hessen offenbar weiterhin nicht. "Es ist immer eine Abwägung", betonte Bouffier, der für Hessen - anders als etwa Thüringen - möglichst an der 10-Personen-Regel zwischen dem 23. Dezember und dem 1. Januar festhalten möchte. Mitte Dezember will sich das hessische Corona-Kabinett nach derzeitigem Plan das nächste Mal regulär treffen und über weitere Maßnahmen beraten.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 6.12.2020, 19.30 Uhr