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Ute Wellstein im Sommerinterview mit Volker Bouffier (CDU)

Gewählt ist Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bis Anfang 2024. Doch im hr-Sommerinterview deutet der 67-Jährige nun zum ersten Mal an: Womöglich bleibt er nicht mehr die ganze Legislaturperiode im Amt.

Im Februar hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) bekannt gemacht, dass er an Hautkrebs erkrankt sei und ambulant behandelt werde. Dann hielt der 67-Jährige es, wie er es angekündigt hatte: Er machte weiter, ohne länger zu pausieren. Im hr-Sommerinterview deutete Bouffier nun erstmals an, dass er womöglich nicht bis zum Ende der bis Januar 2024 dauernden Legislaturperiode im Amt bleibt.

Sein Hautkrebs gelte im Moment als besiegt. "Wenn das weiter so bleibt, werde ich meine Aufgabe mit Freude und voller Kraft machen", sagte Bouffier. "Und wenn dann der Punkt kommt, an dem man sagt 'Jetzt ist es aber mal gut', dann gehe ich davon aus, dass die hessische CDU wie bisher auch eine klare Antwort gibt."

Koch gönnte es ihm auch

Moderatorin Ute Wellstein hatte darauf verwiesen, dass er das Amt von Roland Koch mitten in der Legislaturperiode übernommen und so als Ministerpräsident in den Wahlkampf gehen konnte: "Werden Sie Ihrem Nachfolger auch diesen Startvorteil gönnen?" Das werden man dann beraten, wenn es soweit ist, antwortete Bouffier: "Aber dafür spricht viel."

Seit 2010 ist der CDU-Politiker aus Gießen hessischer Regierungschef. Im Januar war er mit der knappen Ein-Stimmen-Mehrheit von Schwarz-Grün erneut ins Amt gewählt worden.

"Wäre politischer Selbstmord"

Angesichts der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg zeigte sich Bouffier sicher, dass die CDU zu ihrem Versprechen stehen werde, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten: "Wir würden politischen Selbstmord begehen als CDU, wenn wir an dieser Front einknicken. Ich habe keinen Zweifel, dass es gilt, was wir vereinbart haben."

Bouffier zieht einen Vergleich mit der SPD: Als die sich für die Linke geöffnet habe, habe das der SPD geschadet. Deswegen sei selbst eine Entscheidung auf Landesebene in Sachen AfD sofort auch relevant für den Rest der Republik: "Das ist eine Grundsatzfrage."

Sendung: hr-fernsehen, 01.09.2019, 11.20 Uhr