Volker Bouffier

Wie es nach den Weihnachtsferien weitergeht, ist noch unklar. Der Ministerpräsident erwartet wegen Corona aber auch im neuen Jahr weiterhin deutliche Einschränkungen. Rückblickend spricht er von einem "Seuchenjahr".

Vorerst bis zum 10. Januar befindet sich Hessen im harten Lockdown. Doch wie geht es dann weiter? Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) rechnet auch im neuen Jahr mit deutlichen Einschränkungen für die Bevölkerung: "Am 10. Januar ist Corona ja nicht vorbei", sagte der Regierungschef in Wiesbaden. "Ich kann mir schwer vorstellen, dass wir dann schon auf den Zustand von früher zurückkehren."

Die Entwicklung in den hessischen Krankenhäusern werde maßgeblich die Entscheidung über weitere Maßnahmen beeinflussen. Er erwarte, dass es weiterhin Beschränkungen bei Kontakten und Veranstaltungen geben wird, so Bouffier.

Auch für die derzeit geschlossenen Läden müsse eine Entscheidung getroffen werden, bei der es um einen vernünftigen Weg zwischen dem Schutz der Bevölkerung und einem vertretbaren Öffnen geht. Ähnliches gelte für Schulen und Kitas. Auch hier müsse man "eine vernünftige Lösung finden", sagte Bouffier, ohne dabei ins Detail zu gehen.

Skirlaub? "Eher nicht"

Bei einer Bund-Länder-Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll am 5. Januar über die weiteren Schritte in der Corona-Pandemie beraten werden. "Eine langfristige Planung, bei der wir den Menschen sagen, was im Februar sein wird, ist einfach noch nicht möglich", sagte Bouffier, um dann doch vorauszublicken: "Bei der Frage, ob jemand im Februar in den Skiurlaub fahren kann, würde ich sagen: Eher nicht."

Noch vor wenigen Tagen hatte der Ministerpräsident betont, Urlaube blieben auch im Lockdown möglich. "Wir sind ein freies Land", hatte er gesagt. Klar sei aber auch, dass alle Urlauber nach ihrer Rückkehr in Quarantäne müssten.

"Es geht nicht darum, dass jeder sein Schlupfloch sucht"

Bezüglich der Lockerungen für Weihnachten baue er darauf, dass die Hessen nicht über die Stränge schlagen, vorsichtig bleiben und sich an die Corona-Kontaktbeschränkungen halten. Er habe großes Verständnis dafür, dass sich die Menschen an Weihnachten wieder mit ihren Familien treffen wollen. "Es geht jetzt nicht darum, dass sich jeder sein Schlupfloch sucht", warnte Bouffier.

Der rund um Weihnachten mögliche Impfstart könne in Hessen "aus dem Stand" beginnen, versicherte Bouffier. Die größte Unbekannte sei derzeit aber noch, wie viele Impfdosen nach Hessen kommen werden. Da das aber voraussichtlich eine geringere Menge als ursprünglich geplant sein werde, müssten dann beim Impfen der Bevölkerungsgruppen Prioritäten gesetzt werden. Hessen werde sich dabei grundsätzlich nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission richten.

Bouffier spricht von "Seuchenjahr"

Rückblickend nannte Bouffier das Jahr 2020 ein "Seuchenjahr". Neben der Corona-Krise habe es unter anderem mit den Gewalttaten in Hanau und Volkmarsen sowie dem plötzlichen Tod von Finanzminister Thomas Schäfer schreckliche Ereignisse in Hessen gegeben. "Wir sind eigentlich sehr zuversichtlich in das Jahr gestartet, aber es kam alles völlig anders." Bouffier hoffe, dass 2021 das Jahr wird, "wo wir Corona überwunden haben".