Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Landtag.
Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Landtag. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier ist an Hautkrebs erkrankt. Der 67-Jährige informierte am Montag die Fraktionen. Er will sein Amt ohne Pause weiterführen.

Kurz vor 14 Uhr verständigte Volker Bouffier (CDU) am Montag die Vorsitzenden aller Landtagsfraktionen persönlich in seinem Büro, anschließend schickte sein Regierungssprecher die knappe offizielle Mitteilung ab: Der hessische Ministerpräsident ist an Hautkrebs erkrankt. Er will aber weitermachen, ohne zu pausieren.

Der 67-Jährige habe sich aufgrund eines "unklaren Nasenbefundes" einem Eingriff unterzogen. Bei der feingeweblichen Untersuchung sei begrenzter Hautkrebs festgestellt worden, teilte der Sprecher mit. Der Krebs solle durch eine bereits begonnene Strahlentherapie entfernt werden.

"Die Behandlung erfolgt ambulant, und Herr Ministerpräsident Bouffier wird seine Amtsgeschäfte fortführen“, hieß es in der Mitteilung. Genauere Angaben über die Art der Hautkrebserkrankung machte der Sprecher nicht. Vor zehn Tagen hatte Bouffier, der zugleich CDU-Landesvorsitzender ist, beim CDU-Europa-Parteitag gefehlt - wegen einer Nasen-Operation, wie dort mitgeteilt wurde.

Fairnessabkommen

Wenn Bouffier therapiebedingt in Sitzungswochen des Landtags ausfallen würde, hätte das auch Auswirkungen auf die denkbar knappe Ein-Stimmen-Mehrheit von Schwarz-Grün im Landtag. Denn der Ministerpräsident hat auch ein direktes Landtagsmandat inne, das er in seinem Heimatwahlkreis Gießen holte. Somit würde CDU und Grünen in seiner Abwesenheit eine entscheidende Stimme fehlen.

Dass die Opposition die Lage ausnutzen würde, ist nicht anzunehmen. Dafür sorgt ein sogenanntes Pairing-Abkommen: Um Zufallsmehrheiten zu verhindern, wird sich demnach bei krankheitsbedingtem Fehlen eines Abgeordneten der Koalition auch ein Oppositionsabgeordneter fairnesshalber nicht an Abstimmungen beteiligen. SPD und FDP hatten schon vor Beginn der Legislaturperiode im Januar das Pairing in Fällen schwerer Erkrankungen oder wichtiger Regierungstermine zugesagt.

Genesungswünsche

Ob CDU oder Linke, Koalition oder Opposition: Von allen Fraktionen im Landtag kamen rasch Genesungswünsche. Für seine "Offenheit und Souveränität" im Umgang mit der Erkrankung verdiene der Ministerpräsident Anerkennung, erklärte SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel. FDP-Fraktionschef René Rock sicherte zu, "die gewählten Mehrheitsverhältnisse" zu gewährleisten, falls Bouffier einmal im Landtag fehle.

CDU-Generalsekretär Pentz sagte, die Partei kenne Bouffier als Kämpfernatur. Man wisse um seine Stärke, mit schwierigen Situationen umzugehen.