Ob Landtags- oder Europawahl: Tendenz "stetig fallend" hieß es für die CDU. Bei jungen Menschen zieht die Partei besonders schlecht. Zur nächsten Wahl will Landeschef Bouffier das Durchschnittsalter der Kandidaten senken.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found CDU zurrt Zukunfts-Kurs fest

CDU-Parteitag
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Auf vier Seiten, das Deckblatt nicht gerechnet, hat die CDU am Samstag ihr Zukunftsprogramm für Hessen umrissen – und für sich.  Direkter, schneller, moderner, lauter, bunter: Das alles will die Partei ihrer "Künzeller Erklärung“ zufolge werden, um angesichts zunehmend sinkenden Zuspruchs Volkspartei zu bleiben.

Von jünger ist nicht ausdrücklich die Rede, auch nicht in den Ausführungen von Generalsekretär Manfred Pentz zu "#Volkspartei2030". Aber vielleicht beim nächsten Mal.

Denn der Nachwuchs von der Jungen Union (JU) hat hingehört, was CDU-Landesparteichef und Ministerpräsident Volker Bouffier auf der zweitägigen Klausurtagung nahe Fulda auch sagte: Die Hessen-CDU müsse sich überlegen, wie sie neue Mitglieder gewinne, vor allem junge Menschen.

Nächstes Jahr wird wieder gewählt

Das ist nicht neu. Aber Bouffier nannte auch eine Top-Ten-Quote, die er am Samstag bei einem Treffen mit den JU-Kreisvorsitzenden in Bad Hersfeld wiederholt habe: Bei der 2021 anstehenden Kommunalwahl sollten in Städten, Gemeinden und Kreisen immer drei der ersten zehn Plätze auf den CDU-Listen an JU-Kandidaten gehen.

JU-Landeschef Sebastian Sommer kündigte an, Bouffier beim Wort nehmen zu wollen. "Wir müssen die CDU-Listen konsequent verjüngen", sagte er. Und nicht nur die. Die Listen-Verjüngung müsse dazu führen, dass in jedem Kommunalparlament "mindestens ein Unions-Abgeordneter unter 35 Jahren" sitze. Im Landtag hat die CDU-Fraktion einen Altersdurchschnitt von 51 Jahren, nur die AfD sieht in diesem Punkt älter aus.

Rezo und andere Gegner

Die Junge Union in Hessen glaubt, für eine U-35-Quote genügend Bewerber zusammenzubekommen. Sie hat nach eigenen Angaben 11.000 Mitglieder, in den 80er Jahren waren es allerdings auch schon mal rund doppelt so viele. Mitglied darf man ab dem 14. und bis zum 35. Lebensjahr sein.

Genau in dieser Altersgruppe der Wahlberechtigten schwächelt die Partei seit einigen Jahren zusehends. Durch die Klimaschutzbewegung und das "Zerstörungsvideo" des Youtubers Rezo ist der Druck noch gestiegen.

Bei der Landtagswahl im Herbst 2018 war die CDU zwar noch stärkste Partei. Sie verlor aber kräftig, prozentual am stärksten bei den Gruppen der 18 bis 24-Jährigen und den 25 bis 34-Jährigen. In Führung lag die Partei nur noch bei denen, die 70 Jahre oder älter sind. Und bei den Wählern im Alter zwischen 18 und 45 haben die hessischen Grünen inzwischen ihren Koalitionspartner überflügelt. Die Hessen-JU fordert als Konsequenz auch eine konservativerer Ausrichtung und Abgrenzung zu den Grünen.

Sendung: hr-iNFO, 25.01.2020, 16.30 Uhr