Der neue CDU-Vorsitzende Laschet, seine Vorgängerin Kramp-Karrenbauer und sein unterlegener Mitbewerber Merz

Die Wahl Armin Laschets zum neuen CDU-Bundesvorsitzenden stößt unter hessischen Christdemokraten auf viel Zuspruch. Ministerpräsident Bouffier hatte zuvor für seinen NRW-Kollegen geworben.

Videobeitrag

Video

zum Video CDU-Parteitag von zu Hause aus

hessenschau 16.01.2021 Clips Thumbnails
Ende des Videobeitrags

Die 1.001 Delegierten des rein digitalen Bundesparteitags der CDU haben den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet am Samstag zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. Unter ursprünglich drei Bewerbern setzte sich der 59-Jährige in der Stichwahl mit 521 Stimmen gegen den früheren Bundestagsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz durch, auf den 466 entfielen. Im ersten Wahlgang schied der Außenpolitiker Norbert Röttgen mit den wenigsten Stimmen aus.

Bouffier: Aufruf zu Solidarität

Unter den ersten Gratulanten aus Hessen war Ministerpräsident Volker Bouffier, der sich unter der Woche für Laschet als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze der Partei ausgesprochen hatte. Er nahm auf Twitter einen Satz aus Laschets Bewerbungsrede aus, wonach er als Kapitän eines Teams Deutschland durch die Corona-Krise und ihre Folgen bringen wolle. Hinter diesen neuen Kapitän müssten sich die Parteimitglieder nun solidarisch versammeln, appellierte Bouffier.

Volker #Bouffier : Ich gratuliere @ArminLaschet ganz herzlich zu seinem Wahlerfolg. Jetzt haben wir einen neuen Kapitän, der Anspruch hat auf unser aller #Solidarität . Nur eine geschlossene Union ist eine erfolgreiche Union. #cdupt21 #wegenmorgen

[zum Tweet]

Leikert: Lob für den Verlierer

Auch die stellvertretende Vorsitzende des CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Chefin des CDU-Kreisverbands Main-Kinzig, Katja Leikert, twitterte ihre Freude hinaus in die digitale Welt: Laschet habe "eine sehr starke Rede" gehalten, Merz "sehr gute Impulse" gesetzt.

Herzlichen Glückwunsch, @ArminLaschet ! Das war eine sehr starke Rede. Danke auch an @_FriedrichMerz und @n_roettgen für den fairen Wettbewerb und sehr gute Impulse. Jetzt geht’s an die Arbeit - wir brauchen Euch alle! #wegenmorgen #cdupt21

[zum Tweet mit Bild]

Schröder: Auch als Merz-Fan von Laschet beeindruckt

Die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder aus Wiesbaden outete sich als Merz-Anhängerin, versicherte aber, sich auch für Laschet zu freuen. Vor allem sein Ringen um einen angemessenen Kurs in der Corona-Krise beeindrucke sie.

Als Liberal-Konservative fühle ich mich #Merz verbunden.Habe aber riesigen Respekt, wie #Laschet in der Pandemie um Kurs gerungen hat,der Verhältnismäßigkeit wahrt und vor allem Rechte von Kindern achtet.Daher:ich freue mich für meinen neuen Vorsitzenden, @ArminLaschet ! #cdupt21

[zum Tweet]

Faeser: Richtungsstreit in CDU bleibt

Die SPD-Landesvorsitzende Nancy Feaser sieht das knappe Wahlergebnis hingegen als ein Zeichen der inneren Zerissenheit der CDU. Auf Twitter schrieb sie: "Der CDU-Vorsitz ist entschieden, der Richtungsstreit bleibt."

Das Wahlergebnis zeigt, wie sehr die #CDU um den Kurs für die Zeit nach #Merkel ringt und wie unklar ist, wohin der Weg führen soll. Der #CDUVorsitz ist entschieden, der Richtungsstreit bleibt #Laschet #cdupt21 #cduparteitag

[zum Tweet]

Die Frankfurter SPD-Bundestagsabgeordnete Uli Nissen schrieb, sie hoffe, dass es mit Laschet "für den Rest der Legislaturperiode eine bessere Zusammenarbeit innerhalb der Großen Koalition" geben werde.

Der hessische SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth, Staatssekretär im Außenministerium, twitterte, die CDU habe sich für eine Fortsetzung des unter Angela Merkel eingeschlagenen Wegs entschieden: "nicht zu konservativ, Regierungserfahrung, keine radikale Abkehr von Merkel".

Harder-Kühnel: CDU gibt einstige Kernpositionen auf

Genau dies stößt der AfD-Bundestagsabgeordneten Mariana Harder-Kühnel aus dem Wahlkreis Main-Kinzig-Wetterau II-Schotten sauer auf: Mit Laschet sei "der farbloseste Kandidat" zum Zuge gekommen.

Einen farbloseren Kandidaten hätte die #CDU nicht zum Bundesvorsitzenden wählen können: Mit Armin #Laschet wird die Beliebigkeit zum Programm. Die Chance, sich auf einstige Kernpositionen der CDU zu besinnen, wurde damit vertan. #cduparteitag #CDUVorsitz https://t.co/5QMASiq2il

[zum Tweet mit Bild]

Schalauske: Zeichen für Schwarz-Grün

Der Co-Vorsitzende der hessischen Linken, Jan Schalauske, hob noch einen ganz anderen Aspekt hervor. Mit Laschet "tuckere" die Partei weiter in Richtung Schwarz-Grün. Das, so erlebe man es in Hessen bereits, würde bei der sozialen Gerechtigkeit eine große Leerstelle hinterlassen.

Mit #Laschet tuckert die #CDU weiter in die Arme der #Grünen . Erfahrung aus #Hessen zeigt: Bei #Schwarzgrün ist soziale Gerechtigkeit eine Leerstelle und ihre Markthörigkeit verschärft die #Klimakrise . Gegen diese Kombo hilft nur Druck von #links ! #cdubpt21

[zum Tweet]

Bouffier wieder zum Stellvertreter gewählt

Im Übrigen wurde Ministerpräsident Bouffier erneut zum stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden gewählt. Er erhielt 85,32 Prozent der Stimmen - weniger als 2018, als er 90,04 Prozent holte. Aber wie damals sicherte sich der 69-Jährige das beste Ergebnis aller fünf Stellvertreter. Bouffier besetzt den Posten seit 2010 und ist damit der am längsten amtierende CDU-Bundesvize.

Sendung: hr-iNFO, 16.01.2021, 12 Uhr