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Audioseite Tausende Ehrenamtliche für Bundestagswahl benötigt

Unzählige Wahlhelfer*innen sitzen an sehr vielen Tischen in der riesigen Messehalle und zählen die Briefwahlstimmen aus (aus der Vogelperspektive fotografiert).

Rund 4.700 Ehrenamtliche sind allein in Frankfurt nötig, um die Bundestagswahl zu stemmen. Aus Angst vor coronabedingten Ausfällen suchen manche Städte sogar mehr Helfer und Helferinnen als sonst. Sieben Wochen vor der Wahl sehen sich die Kommunen aber gut aufgestellt.

Ohne ehrenamtliche Helferinnen und Helfer geht bei Wahlen gar nichts: In großen hessischen Städten läuft die Suche nach der nötigen Unterstützung für die Bundestagswahl am 26. September auf Hochtouren. In den Kommunen ist man optimistisch, die erforderliche Zahl an Helfenden zu finden, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Eine Corona-Impfung ist für die Ehrenamtlichen nach Angaben der Städte keine Pflicht. Angesichts der Pandemie rechnen einige Kommunen wieder mit einem hohen Briefwahlanteil.

Allein Hessens größte Stadt Frankfurt braucht rund 4.700 ehrenamtliche Kräfte für die Wahlvorstände. "Erfreulicherweise haben sich - wie schon bei der Kommunalwahl im Frühjahr - viele Bürgerinnen und Bürger gemeldet, die diese Aufgabe übernehmen wollen", teilte die Stadt auf Anfrage mit. Gegenwärtig sei man auf einem guten Weg, alle Wahllokale mit ausreichend Helfenden zu versorgen. Viele Wahllokale seien bereits voll besetzt. Regional begrenzt gebe es nur noch wenige Lücken zu füllen.

Fulda setzt wegen Corona auf viele Nachrücker

Gut sieben Wochen vor der Wahl des neuen Bundestages sind auch in Darmstadt die Organisatoren optimistisch. Von den benötigten knapp 1.390 Ehrenamtlichen sind bereits rund 1.200 gefunden. Fulda geht in Zeiten der Corona-Pandemie auf Nummer sicher: Für den Wahlkreis werden 1.800 Wahlhelfer gesucht. "Aufgrund des möglichen erhöhten Ausfallrisikos von Wahlhelfenden bedingt durch Corona beruft die Stadt Fulda mittlerweile die doppelte Anzahl an Ersatzleuten ein", teilte die Stadt mit. Am Wahltag selber würden hiervon rund die Hälfte zum Einsatz kommen. "Wir werden alle benötigten Personen finden."

Auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden sieht man sich gerüstet. "Es haben sich circa 2.300 Personen gemeldet, es fehlen noch circa 150, allerdings kommen immer noch Meldungen an." In Hanau wartet man nun ab, ob sich ausreichend Helfer melden. Nach Angaben der Stadt würden rund 800 Helferinnen und Helfer für die Wahllokale gebraucht. "Entsprechende Berufungsschreiben wurden verschickt, es bleiben nun die Rückmeldungen abzuwarten."

Städte werben: "Demokratie hautnah erleben"

Im Internet werben die Städte offensiv um Unterstützung. "Mitarbeit in einem Wahlvorstand - im negativen Sinne betrachtet ist sie einfach nur lästige und zeitraubende Bürgerpflicht. Betrachtet man sie aber im positiven Sinne, dann ist sie ein Bürgerrecht, das die Möglichkeit bietet, sich aus freien Stücken aktiv an unserer Demokratie zu beteiligen", heißt es auf der Homepage von Darmstadt. Und in Kassel heißt es: "Verlassen Sie sich nicht darauf, dass es 'die Anderen' schon machen werden. Erleben Sie ein Stück Demokratie 'hautnah' und unterstützen Sie uns bei der Durchführung der nächsten Wahl!"

"Die Wahlen werden in Deutschland nicht durch die normale staatliche Verwaltung, sondern durch unabhängige Wahlorgane durchgeführt", erklärt das Bundesinnenministerium auf seiner Homepage. Für bundesweite Wahlen würden im ganzen Land rund 650.000 Menschen für einen reibungslosen Ablauf gebraucht. Helferinnen und Helfer prüfen in den Lokalen vor Ort die Wahlberechtigung anhand des Verzeichnisses, geben die Stimmzettel aus und zählen das Ergebnis aus, auch von den Briefwählern.

"Erfrischungsgeld" für Wahlhelfer unterschiedlich

Für die Hilfe am Wahltag bekommen die Ehrenamtlichen das sogenannte Erfrischungsgeld. "Für die Vorsitzenden der Wahlvorstände und Wahlausschüsse sind jeweils 35 Euro vorgesehen, für die übrigen Mitglieder jeweils 25 Euro", heißt es beim Bundeswahlleiter. Die Kommunen können aber noch den einen oder anderen Euro drauflegen. So zahlt zum Beispiel Hanau in den allgemeinen Wahlbezirken 75 und in den Briefwahlbezirken 40 Euro. In Frankfurt liegt die Entschädigung je nach Funktion zwischen 45 und 50 Euro und in Darmstadt zwischen 25 und 50 Euro.

Sollten für den Wahltag nicht genug Helfer gefunden werden, können diese auch einfach verpflichtet werden. Ablehnen können die Menschen dann nur aus ganz bestimmten Gründen wie beruflichen Pflichten, Krankheit oder körperlichen Beeinträchtigungen. Wahlhelfer können nur Menschen werden, die für die Bundestagswahl wahlberechtigt sind. In Hessen sind das 4,3 Millionen Menschen.

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